„Pipeline ist auch für uns da!“

Müll, Lärm, Krawall – über die Jugendlichen an der Pipeline wird gerade viel gesprochen. W&W redete mit ihnen.

Es ist Anfang Juni, der Sommer steht in den Startlöchern, die Luft an der Pipeline am Bodensee-ufer ist warm, die Sonne sinkt – genauso wie die Inzidenzzahlen in Österreich und damit auch in Vorarlberg. Für viele Jugendliche Grund genug, sich endlich, nach anderthalb Jahren ungekannter sozialer Einschränkungen, wieder mit Freunden zu treffen.

Erlaubt ja, aber …

Tatsächlich ist das aktuell auch wieder vergleichsweise fast uneingeschränkt möglich: Bis 16 Personen dürfen sich laut Sozialministerium derzeit outdoor treffen, sind es bis zu acht Personen, herrscht dabei noch nicht einmal Abstands- und Maskenpflicht. Ab Juli soll es sogar überhaupt keine Kontaktbeschränkungen mehr geben. Die Jugendlichen könnten also endlich die freiste und spannendste Zeit ihres Lebens genießen, oder? Nicht ganz: Denn obwohl schon das Corona-Virus der Freiheit nicht mehr im Wege steht, tun das jetzt Anwohner und Bürger der Stadt. Sie beschweren sich seit Wochen über Müll, Lärm und Ruhestörung an der Pipeline. Doch was sagen die Jugendlichen selbst dazu? WANN & WO hat einen Abend an der Pipeline verbracht und mit den jungen Leuten dort geredet. Die einhellige Meinung: So schlimm, wie derzeit oft dargestellt wird, ist es nicht. Und: „Die Pipeline ist ein öffentlicher Ort, der für alle, also auch für uns Jugendliche, da ist“, sagt etwa die Bregenzerin Lalaa.

<p class="caption">WANN & WO traf junge Leute vor Ort an der Pipeline. </p>

WANN & WO traf junge Leute vor Ort an der Pipeline. 

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              „Sind extra nicht bei Wohnhäusern”
            </p><p>„Es ist schon manchmal laut hier. Aber deshalb halten wir uns extra in dem Bereich auf, der gegenüber der Kaserne und eben nicht gegenüber der Wohnhäuser liegt. Und es geht so ja auch nicht die ganze Nacht lang: Ab 10 Uhr ist es zu dunkel zum Skaten, da gehen wir. Würde endlich ein guter Skateplatz geschaffen, müssten wir auch nicht hier sein. Die jetzige Polizeipräsenz ist komplett übertrieben, da braucht es wirklich nicht noch Zivilpolizisten. Meine Freunde und ich werden so gut wie täglich vertrieben. Und die Art und Weise ist manchmal fragwürdig: Kürzlich hat mir ein Polizist aus nächster Nähe mit einer Taschenlampe direkt in die Augen geleuchtet und als ich meine Hand zum Schutz davor gehalten habe, hat er sie mir weggeschlagen. So muss es nicht laufen.“ Luca, 19, Fußach und Philipp, 17, Alberschwende</p>

„Sind extra nicht bei Wohnhäusern”


„Es ist schon manchmal laut hier. Aber deshalb halten wir uns extra in dem Bereich auf, der gegenüber der Kaserne und eben nicht gegenüber der Wohnhäuser liegt. Und es geht so ja auch nicht die ganze Nacht lang: Ab 10 Uhr ist es zu dunkel zum Skaten, da gehen wir. Würde endlich ein guter Skateplatz geschaffen, müssten wir auch nicht hier sein. Die jetzige Polizeipräsenz ist komplett übertrieben, da braucht es wirklich nicht noch Zivilpolizisten. Meine Freunde und ich werden so gut wie täglich vertrieben. Und die Art und Weise ist manchmal fragwürdig: Kürzlich hat mir ein Polizist aus nächster Nähe mit einer Taschenlampe direkt in die Augen geleuchtet und als ich meine Hand zum Schutz davor gehalten habe, hat er sie mir weggeschlagen. So muss es nicht laufen.“ Luca, 19, Fußach und Philipp, 17, Alberschwende

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              „Klar, dass wir ins Freie wollen”
            </p><p>„Es ist doch klar, dass nach eineinhalb Jahren daheim alle endlich wieder ins Freie wollen. Und wo sollen wir auch hin: Die Clubs haben zu und wirkliche Alternativen zur Pipeline gibt es in Bregenz nicht. Zudem ist sie ein öffentlicher Ort, der für alle, also auch für uns Jugendliche da ist. Wenn man an so einem Ort wohnt, muss man in Kauf nehmen, dass es lauter ist als auf dem Dorf. Und so krass, wie von Anwohnern dargestellt wird, ist es eh nicht.“ Lalaa, 25, Bregenz</p>

„Klar, dass wir ins Freie wollen”


„Es ist doch klar, dass nach eineinhalb Jahren daheim alle endlich wieder ins Freie wollen. Und wo sollen wir auch hin: Die Clubs haben zu und wirkliche Alternativen zur Pipeline gibt es in Bregenz nicht. Zudem ist sie ein öffentlicher Ort, der für alle, also auch für uns Jugendliche da ist. Wenn man an so einem Ort wohnt, muss man in Kauf nehmen, dass es lauter ist als auf dem Dorf. Und so krass, wie von Anwohnern dargestellt wird, ist es eh nicht.“ Lalaa, 25, Bregenz

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              „Rufen andere zum Müll sammeln auf”
            </p><p>„In meinen Augen ist das Ziel hier, dass wir Jugendlichen von der Pipeline vertrieben werden, damit die Leute in den Penthäusern ihre Ruhe haben. Dabei geht es hier ja eh nicht bis 4 Uhr früh. Das Müllproblem ist das einzige Argument, das ich nachvollziehen kann. Meine Freunde und ich nehmen unsere Sachen aber immer mit, auch Müll von anderen und wir sind auch schon herumgelaufen und haben andere animiert, Müll zu sammeln.“ Raffaella, 17, Bregenz</p>

„Rufen andere zum Müll sammeln auf”


„In meinen Augen ist das Ziel hier, dass wir Jugendlichen von der Pipeline vertrieben werden, damit die Leute in den Penthäusern ihre Ruhe haben. Dabei geht es hier ja eh nicht bis 4 Uhr früh. Das Müllproblem ist das einzige Argument, das ich nachvollziehen kann. Meine Freunde und ich nehmen unsere Sachen aber immer mit, auch Müll von anderen und wir sind auch schon herumgelaufen und haben andere
animiert, Müll zu sammeln.“
Raffaella, 17, Bregenz

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              „Die Straße ist ja eh laut”
            </p><p>„Ich halte die Kritik für nicht gerechtfertigt, vor allem was den angeblichen Lärm angeht – zumal zwischen Pipeline und Anwohnern eh auch eine laute Hauptstraße sowie eine Zugstrecke verlaufen. Müll ist natürlich ein Problem, aber vielleicht helfen da mehr Mülleimer besser als vorschnelle Verbote. Zivilpolizisten einzusetzen wäre in meinen Augen ein falscher Schritt, da das nur zu noch mehr Konflikten führen würde.“ Tamara, 24, Bregenz und Andi, 34, Bregenz</p>

„Die Straße ist ja eh laut”


„Ich halte die Kritik für nicht gerechtfertigt, vor allem was den angeblichen Lärm angeht – zumal zwischen Pipeline und Anwohnern eh auch eine laute Hauptstraße sowie eine Zugstrecke verlaufen. Müll ist natürlich ein Problem, aber vielleicht helfen da mehr Mülleimer besser als vorschnelle Verbote. Zivilpolizisten einzusetzen wäre in meinen Augen ein falscher Schritt, da das nur zu noch mehr Konflikten
führen würde.“ Tamara, 24, Bregenz und Andi, 34, Bregenz

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