Pipeline: Woher kommt der Müll?

Jugendliche feiern an der Pipeline bis zum Morgen und hinterlassen bergeweise Müll? Dem widersprechen jetzt die Stadt und eine Expertin.

Sandra Harrer kennt sich mit Müll aus. Vor allem mit solchem, der am Bodenseeufer herumliegt. Gemeinsam mit Nicole Paqué leitet sie den Verein „Müllpiraten“, der weggeworfenen Unrat in der Natur aufsammelt. Dabei hat sie schon so einiges gesehen. Eines aber nicht: „Die angeblichen riesigen Müllberge an der Pipeline haben wir noch nie gefunden“, sagt Harrer gegenüber W&W. Aber die Fotos völlig verdreckter Gehwege, herumstehender Bierdosen, liegengelassener Verpackungen? „Die Bilder habe ich auch gesehen“, räumt Harrer ein. „Aber da ich selbst trotz mehrfachen Hinfahrens nie sowas gesehen habe, frage ich mich, ob das jeweils neue oder vielleicht doch immer wieder Fotos vom gleichen Tag sind.“

Bauhof im Dauereinsatz

Möglicherweise waren die Bauhof-Mitarbeiter da bereits unterwegs, mutmaßt Harrer. Und auch Valentin Fetz, Pressesprecher des Bregenzer Bürgermeisters räumt ein: „Der städtische Bauhof und die Stadtgärtnerei leisten Großartiges und tun, was sie können, um unser gemeinsames Seeufer von Abfall zu befreien – mehrmals täglich.“

Alt und unbelehrbar?

Die Jugendlichen wollen Sauber-keit am Seeufer und auch selbst dafür sorgen. Das ergab eine WANN & WO-Umfrage und das bestätigt auch Harrer: „Wir gehen im Verein regelmäßig mit Jugendlichen Müll sammeln. Sie haben richtig Spaß daran.“ Stellt sich also die Frage: Wer verursacht den Abfall? „Das sind nicht nur Jugendliche“, sagt Harrer. „Ich habe schon mehrfach gesehen, wie Ältere ihren Müll einfach in die Natur werfen. Gerade Erwachsene sollten doch wissen, wie es richtig geht.“ Auch Sprecher Fetz sieht die Verantwortung nicht nur bei Jungen: „Wir wissen von den KollegInnen vor Ort, dass es keineswegs nur Jugendliche sind, die Abfall liegen lassen. Es gibt genauso ‚sehr erwachsene‘ Personen, die rücksichtslos mit der Umwelt umgehen.“ Das werde sich auch nicht durch noch mehr Mülleimer, wie von Anrainern oft gefordert, ändern. Denn man habe ja schon „zusätzliche Mülleimer sowie Behälter, speziell für Pizzakartons aufgestellt“ und dennoch liege Müll herum. Trotzdem: Ein großer Teil der Menschen entsorge den Abfall gewissenhaft, sagt Fetz. „Überhaupt sind wir der Meinung, dass es sich bei den Müllsündern um einige wenige handelt, durch die dann solche Bilder entstehen und die den Eindruck hinterlassen, an der Pipeline herrsche das pure Chaos.“

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