„Ich kämpfe für Britney“

#FreeBritney: Mega-Fan Stefanie (30) aus Hard gibt alles für die Freiheit ihres Idols Britney Spears.

Es klingt wie ein Thriller: Ein junges Mädchen wird wie über Nacht zum wohl erfolgreichsten Popstar ihrer Zeit. Doch dann wird ihr das Aufsehen zu viel, sie bricht unter dem Druck zusammen und ihr eigener Vater erwirkt eine strenge Vormundschaft über seine längst volljährige Tochter. Was folgt, ist ein regelrechtes Martyrium: Der jungen Frau werden ihre Kinder entrissen, sie wird in die Psychiatrie eingeliefert, ihr werden Medikamente unters Essen gemischt. Sie darf kein Handy besitzen, nicht Autofahren, nicht frei öffentlich sprechen, keinen Freund haben, hat nur Zugriff auf einen Bruchteil ihres Vermögens. Und ihr wird sogar gegen ihren Willen eine Verhütungsspirale eingesetzt, obwohl sie sich nichts mehr wünscht, als eine Familie. Das alles klingt wie im Film. Doch die Anhänger der #FreeBritney-Bewegung sagen: Es ist wahr und geschieht niemand Geringerem als dem Superstar
Britney Spears.

„Empfinde auch Reue“

Eine Anhängerin der Bewegung ist Stefanie Eder aus Hard. Seit sie acht Jahre alt war, ist sie Fan der Sängerin – 22 Jahre, mehr als zwei Drittel ihres eigenen Lebens also. „Wenn ich heute auf mein Fan-Sein zurückblicke, empfinde ich auch etwas Reue“, gesteht die 30-Jährige im Gespräch mit WANN & WO. „Denn die ganzen Merchandise-Artikel, die ich gekauft habe, das viele Geld, das ich für Meet&Greets gezahlt habe – das floss letztlich zum größten Teil an Britneys Vater, der seine Tochter seit Jahren ausbeutet.“ Mehrfach flog Stefanie für Shows und Treffen mit ihrem Star bereits um die halbe Welt. Aus ihrem ehemaligen Harder Kinderzimmer der mittlerweile in Barcelona Lebenden ist ein wahres Britney-Museum geworden: Die Wände sind mit knapp 150 Postern regelrecht tapeziert, jede der gut 50 CDs der Sängerin ist viermal vorhanden, mehr als 100 Britney-Shirts liegen im Schrank und unzählige Merchandise-Artikel von Pappbechern, über Plastiksäcke bis Kerzen sind aufgereiht. Es kommt einem Schrein gleich – für ein Teenie-Idol, das es so gar nicht mehr gibt.

„Geht um Menschenrechte“

Als ihr Idol nach ihrem großen Zusammenbruch 2008 unter die Vormundschaft gestellt wurde, dachte Stefanie noch, es sei zu Britneys Bestem. „So wie die meisten ihrer Fans das dachten“, sagt die Harderin. „Aber 2019 endete die zehnjährige Schweigepflicht, die alle Mitarbeiter Britneys in ihren Verträgen unterzeichnen mussten. In dieser Zeit durften sie nichts preisgeben. Dann aber meldeten sich einige von ihnen öffentlich zu Wort und erzählten endlich, was hinter den Kulissen wirklich passiert, wie Britney praktisch eingesperrt und aller Rechte beraubt wird.“ Seitdem unterstützt die Social-Media-Managerin die Bewegung in jeder freien Minute. Sie teilt Aufrufe im Internet, schreibt Artikel, gibt Interviews, klärt auf. „In erster Linie kämpfe ich natürlich für Britney“, so Stefanie, „aber nicht nur: Es gibt in den USA und sicher auch hier eine große Zahl von Menschen, die ohne Notwendigkeit unter so einer strengen Vormundschaft stehen. Wir kämpfen auch für sie. Letztlich geht es bei #FreeBritney um Menschenrechte.“

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              Zweimal hat Stefanie ihr Idol Britney schon getroffen: „Es war ein Traum, der wahr wurde.“
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Zweimal hat Stefanie ihr Idol Britney schon getroffen: „Es war ein Traum, der wahr wurde.“

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              Mit ihrer Mutter bastelt Stefanie die Kostüme ihres Idols nach. „Obwohl wir beide nicht nähen können!“
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Mit ihrer Mutter bastelt Stefanie die Kostüme ihres Idols nach. „Obwohl wir beide nicht nähen können!“

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              Seit Stefanie erstmals von den Anschuldigungen gegen Britneys Vater und ihr Management gehört hat, unterstützt sie die #FreeBritney-Bewegung.
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Seit Stefanie erstmals von den Anschuldigungen gegen Britneys Vater und ihr Management gehört hat, unterstützt sie die #FreeBritney-Bewegung.

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              Sogar MTV hat schon wegen eines Berichts über Stefanie und ihr Britney-Museum angefragt. Die entsprechende Show über Mega-Fans gibt es bisher nur in den USA, sobald sie nach Europa kommt, wäre die Harderin dabei.
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Sogar MTV hat schon wegen eines Berichts über Stefanie und ihr Britney-Museum angefragt. Die entsprechende Show über Mega-Fans gibt es bisher nur in den USA, sobald sie nach Europa kommt, wäre die Harderin dabei.

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              „Manche belächeln mich für mein Fan-Sein und meinen Einsatz. Aber da stehe ich drüber. Das hat mir sogar Selbstbewusstsein gelehrt.“
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„Manche belächeln mich für mein Fan-Sein und meinen Einsatz. Aber da stehe ich drüber. Das hat mir sogar Selbstbewusstsein gelehrt.“

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