Die Festival-Bauern

Familie Borg wollte nur etwas Kultur auf ihrem Hof veranstalten – und organisiert jetzt ein Festival für Hunderte Musikfans.

Tabitha kaut an ihrem Frühstück und weiß noch nicht, dass sie bald umziehen wird. In drei Wochen geht es für sie nämlich zu ihrem vorübergehenden Zuhause: der Weide. Denn Tabitha ist eine der Stuten der Familie Borg aus Nenzing. Und da, wo gerade noch ihre Box auf dem Bauernhof der Borgs steht, wird in drei Wochen ein Getränkestand errichtet. Dann nämlich verwandelt sich der 35 Milchkühe, 15 Pferde, drei Ziegen, vier Katzen und einen Hund zählende Hof der Familie in ein Festival mit Live-Musik und mehreren hundert Gästen – das mittlerweile zwölfte „Rock am Bauernhof“.

700 Gäste am Hof

„Dass das Ganze mal so groß wird, hätten wir am Anfang nicht gedacht“, sagt Martin Borg im Gespräch mit WANN & WO. Dabei hat mit ihm alles angefangen, erinnert sich seine Mutter Sonja: „In der Hauptschule hat Martin in einer Schulband gespielt. Für die haben wir damals einen Auftritt hier auf dem Hof organisiert, vor Familie und Freunden. Zehn, fünfzehn Leute waren das damals – und beim letzten Mal hatten wir ganze 700 Gäste!“ So viele werden es heuer aber nicht werden, auch wenn sicher so viele Leute würden kommen wollen: „Wir beschränken die Veranstaltung dieses Jahr auf 500 Personen“, erklärt Martin, „da wir bei mehr Gästen eine ausführliche Konzeptplanung und Bewilligung der BH bräuchten, die allein mindestens zwei Wochen dauert. So viel Zeit haben wir aber nicht.“ Und 500 Gäste genügen auch, denn der Familie Borg geht es beim „Rock am Bauernhof“ nicht um Geld. „Früher gab es so viel Kultur in der Gegend“, sagt Sonja, „davon ist heute nichts mehr übrig. Deshalb haben wir es in die Hand genommen, hier kulturell etwas zu bieten.“ Und das komplett in Eigenregie, von der Planung bis zum Getränkeausschank: „Wir haben am Festival-Wochenende hier gut 30 Leute beschäftigt, alles Familie und Freunde“, freut sich Sonja. Zum ersten Mal wird es heuer einen Foodtruck von Emma&Eugen geben – weil der Onkel, der sonst selbst am Grill steht und Würstchen für 700 Gäste dreht, auf Kur ist.

Einmal Stall, immer Stall

Das „Rock am Bauernhof“ wächst und wächst seit Jahren. Doch wie groß soll es noch werden? Die Familie wurde schon oft gefragt, warum sie mit der Veranstaltung nicht vom Stall auf die Wiese umzieht, wo noch mehr Publikum Platz hätte. Schließlich zieht das Festival inzwischen Gäste aus Oberösterreich, der Steiermark und sogar aus Deutschland an. „Aber das wäre dann ein Open-Air wie jedes andere“, sagt Martin. Und grinst: „Und wenn es schon ‚Rock am Bauernhof‘ heißt, dann muss es auch im Stall stattfinden.“

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              George Nussbaumer sorgte beim vergangenen „Kultur am Bauernhof“ für ein volles Haus – oder besser gesagt, für einen vollen Stall. „Die Veranstaltung am Freitag ist etwas gesetzter und auch bestuhlt“, sagt Martin. „Damit wollen wir auch denen etwas bieten, die Musik ein bisschen ruhiger mögen.“
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George Nussbaumer sorgte beim vergangenen „Kultur am Bauernhof“ für ein volles Haus – oder besser gesagt, für einen vollen Stall. „Die Veranstaltung am Freitag ist etwas gesetzter und auch bestuhlt“, sagt Martin. „Damit wollen wir auch denen etwas bieten, die Musik ein bisschen ruhiger mögen.“

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              Eine Woche dauert der Umbau des Hofs zum Festivalgelände. Dafür werden die Pferdeboxen abgebaut, der Stall gründlich geputzt, Getränke- und Essensstände aufgebaut und ein Toilettenwagen gemietet. „Seit Jahren haben wir da unser Team, auf das wir uns felsenfest verlassen können“, freut sich Mutter Sonja.
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Eine Woche dauert der Umbau des Hofs zum Festivalgelände. Dafür werden die Pferdeboxen abgebaut, der Stall gründlich geputzt, Getränke- und Essensstände aufgebaut und ein Toilettenwagen gemietet. „Seit Jahren haben wir da unser Team, auf das wir uns felsenfest verlassen können“, freut sich Mutter Sonja.

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