„Konstantin soll leben!“

Konstantin (7) aus Wolfurt leidet an Mukoviszidose. Seine Eltern Katja und Karsten wollen ihm trotzdem eine schöne Kindheit bieten.

Konstantin fliegt in die Luft. Lachend springt der Siebenjährige auf dem großen Trampolin vor seinem Elternhaus in Wolfurt auf und ab, schwerelos, problemlos. Scheinbar jedenfalls. Denn der fröhliche Junge mit den blonden Locken leidet an einer Krankheit, die genauso unsichtbar wie heimtückisch ist: Mukoviszidose. Angeboren, unheilbar – und seinen Eltern Katja und Karsten Kammer anfangs nicht bewusst. „Konstantin hat nach der Geburt viel geschrien, die Milch nicht bei sich behalten und nicht zugenommen“, erinnert sich die 38-Jährige an die schwierige Anfangszeit. „Wir haben uns wahnsinnige Sorgen gemacht, wussten nicht, was los ist.“

Traurige Gewissheit

Ein Bluttest ergab, dass bei dem Kind eine Stoffwechselstörung vorliegt, ein Schweißtest die traurige Gewissheit. „Nachdem die Diagnose Mukoviszidose schwarz auf weiß vor uns lag, habe ich mich im Internet zur Krankheit belesen. Und nur noch geheult“, schildert Katja. „Denn im Netz gab es damals nur veraltete Informationen. Da war noch von einer Lebenserwartung von nur 20 Jahren die Rede.“ Doch die Medizin ist mittlerweile viel weiter. Und auch wenn Mukoviszidose eine lebenslange, intensive Therapie benötigt, können Erkrankte heute gut damit leben und alt werden. „Direkt nach der Diagnose waren wir monatlich an der Uniklinik Innsbruck und innerhalb von nur einem Vierteljahr hat er auch alle Rückstände aufgeholt“, erzählt Karsten. Seitdem muss die Familie nur noch einmal im Quartal in die Klinik.

Vorsicht und Freiheit

Daheim müssen sie aber auf vieles achten: „Konstantin muss zweimal täglich inhalieren und Atemübungen machen, außerdem mehrmals täglich verschiedene Tabletten schlucken“, sagt Katja. „Und er muss viel Sport machen und sich bewegen, um seine Lunge zu trainieren.“ Es gibt aber auch einige Dinge, die der Siebenjährige nicht wie seine Freunde machen kann: „Für Konstantin kann jeder Keim gefährlich sein, da sein Körper ihn nicht so einfach bekämpfen und ausscheiden kann“, erklärt Vater Karsten. „Wir können deshalb keine Tiere und nicht einmal Topfpflanzen im Haus haben. Er kann auch nicht ins Schwimmbad.“ Doch die Eltern wollen dem Jungen natürlich nicht nur Dinge verbieten – und stellen kurzerhand einen Pool und einen Kaninchenstall draußen im Garten auf. „Es gibt Eltern, die stecken ihre Mukoviszidose-Kinder praktisch in den Glaskasten und schirmen sie von allem ab. Und es gibt Eltern, die ihnen die größtmöglichen Freiheiten gewähren und deshalb auf viele Vorsichtsmaßnahmen pfeifen. Wir haben uns für den Mittelweg entschieden. Konstantin soll leben dürfen und trotz aller Vorsicht eine schöne Kindheit haben, mit so viel Freiheit, wie möglich“, sagt Katja. „Es kommt später eh noch genug Mist.“

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              Konstantins Eltern gehen offen mit der Krankheit um: „Wir wollen ihm nicht ‚Mukoviszidose‘ auf die Stirn schreiben, ihn und die Medikamente aber auch nicht verstecken.“
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Konstantins Eltern gehen offen mit der Krankheit um: „Wir wollen ihm nicht ‚Mukoviszidose‘ auf die Stirn schreiben, ihn und die Medikamente aber auch nicht verstecken.“

INFOS


Charity-Event am Sender

Leben mit Mukoviszidose erfordert viele Utensilien: Desinfektion, Übungsgeräte, Medikamente. Da nicht alles von der Krankenkasse getragen wird, ist das für viele Familien eine große
finanzielle Belastung. Katja und Karsten
Kammer organisieren deshalb mit dem
Verein CF Team ein Mukoviszidose-Charity-Event. Die Veranstaltung findet am Sonntag, den 19. September, im Sender-Garten statt.


Das Event findet von 14 bis 20 Uhr statt. In dieser Zeit wird es Live-Musik von der Band „The Nogoodniks“, Kinderschminken, eine Hüpfburg und Tombola, Grill und Kuchen geben. Es gilt 3G.

Mit dem Event sollen
Spendengelder zur
Unterstützung von Kindern und Erwachsenen, die an Mukoviszidose leiden, gesammelt werden. Ob und wieviel die Gäste spenden wollen, ist freiwillig.

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