„Bildung muss ernster genommen werden“

Constantin engagiert sich bei der Grünen Jugend und ist Schulsprecher an seiner Schule in Feldkirch. Im Bild zu sehen: Constantin im Vorarlberger Landtag. Fotos: handout/privat, Land Vorarlberg

Constantin engagiert sich bei der Grünen Jugend und ist Schulsprecher an seiner Schule in Feldkirch. Im Bild zu sehen: Constantin im Vorarlberger Landtag.
Fotos: handout/privat, Land Vorarlberg

Der 18-jährige ­Constantin engagiert sich für Umwelt und ­Bildung. In WANN & WO erzählt er, was er sich für die Zukunft wünscht.

Der Auslöser für mein Engagement war die Schule. Den ersten Impuls gab ein Film über den Regenwald, ein sehr spannendes und interessantes Thema. Aktiv wurde ich dann durch einen Mitschüler: Er machte mich auf die erste „Fridays for Future“-Demo aufmerksam. Wir waren gerade auf Skiwoche, die „Fridays“ zu jener Zeit noch ein kleines Häufchen Leute. Die erste Demo war am 15. März 2019. Sie war nicht groß, aber es waren doch schon einige Leute dabei. Ich erinnere mich: Ich fand das alles sehr beeindruckend, bewunderte die Redner und Rednerinnen sehr. Also nahm ich an den weiteren Sitzungen teil. Ich war am Anfang noch sehr schüchtern, doch bekam immer mehr Selbstvertrauen. Seither bin ich sehr aktiv, war bis zum Bundesplenum bei den „Fridays“ dabei und wurde später Schulsprecher an meiner Schule.

„Bildung ist der Schlüssel“

Für mich steht fest: Bildung ist der Schlüssel für alles! Mit Bildung kann man auch am meisten erreichen. Mein großer Wunsch wäre es deshalb, die Themen Umwelt, Nachhaltigkeit und Zukunft in der Schule zu verankern – auf eine Weise, die es jungen Leuten besser verständlich macht, dass sie selbst etwas tun können. Dabei wäre es aber wichtig, das vor allem positive Sachen aufgezeigt werden. Die sogenannten SDG („Sustainable Development Goals“ – Nachhaltige Entwicklungsziele) der Vereinten Nationen würden hier bereits einen guten Rahmen für den Unterricht bieten. Sie integrieren viele wichtige Dinge – Beseitigung der Armut, Gleichstellung von Frauen, Gesundheitsversorgung und Klimathematik – und lassen sich leicht in jedes Fach an jeder Schule integrieren. Auch das Thema Zukunft kann in jedes Fach eingebunden werden. Dabei muss es nicht zwingend nur um den Klimawandel gehen.

Politisches Interesse groß

Jungen Menschen wird oft mangelndes Interesse an Politik vorgeworfen. Das stimmt aber nicht, das Interesse ist sehr groß. Die Jungen sind auch sehr daran interessiert, welche Lösungen es bereits gibt. Von der Politik erwarte ich mir, dass sie mehr auf die Wissenschaft hört. Diese rationale Herangehensweise sollte auch unbedingt in den politischen Prozess integriert werden. Das Thema Bildung muss politisch ebenfalls viel ernster genommen werden. Wir brauchen hier eine schnelle Veränderung. Gesellschaftlich würde ich mir wünschen, dass das Verständnis füreinander wächst. Polarisierung, mit dem Finger auf andere zeigen – das hilft gar nichts. Man muss genau hinhören und hinschauen, statt den andern einfach zu verurteilen. CE/SK

<p class="caption">Die „Fridays For Future“ brachten den Stein für Constantins Engagement ins Rollen. Seither macht er sich aktiv für Bildung und Umweltthemen stark.</p>

Die „Fridays For Future“ brachten den Stein für Constantins Engagement ins Rollen. Seither macht er sich aktiv für Bildung und Umweltthemen stark.

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