„2023 wird’s kritisch“

Farbtattoos erfreuen sich großer Beliebtheit. Wie es mit der bunten Körperkunst weitergeht, ist jedoch unklar.

Farbtattoos erfreuen sich großer Beliebtheit. Wie es mit der bunten Körperkunst weitergeht, ist jedoch unklar.

Wie geht es nach dem Tätowierfarben-Verbot nun weiter? Weichen die Tattoo-Fans nun in die Schweiz aus? WANN & WO hat nachgefragt.

Das seit vergangener Woche geltende Verbot tausender Inhaltsstoffe von Tattoofarben stößt in der Branche auf Unverständnis. „Verbote sollten begründet sein. Das sind sie in diesem Fall nicht“, ärgert sich Tätowierer Daniel Hofer von Korova Tattoo in Dornbirn. Laut dem Tattoo-Artist gibt es „keine Studien und Beweise, die die Gefährlichkeit von Tätowierfarben belegen“. Auch wenn die Farbhersteller bereits an gesetzeskonformen Farben arbeiten, mit dem Verbot der Pigmente „blue 15“ und „green 7“ im kommenden Jahr würde ein Großteil der Farbpalette wegfallen. „Dieses Jahr bleibt noch bunt. Kritisch wird es aber 2023, da es für diese Pigmente keine brauchbaren Alternativen gibt.“ Hofer verweist an dieser Stelle auf die Petition „Save the Pigments“ (www.safethepigments.com), die bereits von 53.000 Menschen aus dem gesamten EU-Raum unterzeichnet wurde.

Zieht die Schweiz nach?

Aufgrund der aktuellen Situation ist für den Tätowierer vorstellbar, dass die Fans der bunten Körperkunst nun alternative Lösungen suchen: „Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Leute nun in die Schweiz ausweichen. Unsere Nachbarn werden aber sicher beim Verbot nachziehen – vermutlich wird sich dann mehr in den ,Untergrund‘ verlagern.“ Und tatsächlich: Auch bei den Eidgenossen wird die neue EU-Verordnung bereits diskutiert – ein künftiges Verbot kann somit auch hier nicht ausgeschlossen werden.

Stimmen zum Thema

WANN & WO sprach mit Vorarlberger Tattoo-Fans über das Farbverbot und hat bei Schweizer Studios nachgefragt, inwiefern sich die EU-Richtlinien bereits auf ihre Arbeit auswirken. Was die Tätowierer in unserem Nachbarland und die Tattoo-Freunde im Ländle zum Thema sagen, lesen Sie auf diesen Seiten. 

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              „Halte von dem neuen Gesetz nicht sehr viel“
            </p><p class="title">„Von dem neuen Gesetz halte ich nicht besonders viel. In den letzten Jahren konnte man die Farben auch verwenden. Wir Tattoo-Studios hatten laufend Gesundheitskontrollen und da war immer alles in Ordnung. Es gibt viele, die mit farbigen Tattoos tätowiert sind und nie Beschwerden hatten. Wir hoffen natürlich, dass die Vorarlberger weiterhin farbige Tattoos wollen und jetzt zu uns kommen. Bereits vor diesem Gesetz hatten wir immer schon Österreicher und Deutsche bei uns im Studio. Es ist aktuell noch etwas schwierig ­einzuschätzen, ob wir viele neue Kunden dazugewinnen werden. Corona spielt da nämlich sicher auch eine Rolle.“ Sabrina ­Forrer, ­Riverside-Ink, St. Margrethen (www.riverside-ink.ch)</p>

„Halte von dem neuen Gesetz nicht sehr viel“


„Von dem neuen Gesetz halte ich nicht besonders viel. In den letzten Jahren konnte man die Farben auch verwenden. Wir Tattoo-Studios hatten laufend Gesundheitskontrollen und da war immer alles in Ordnung. Es gibt viele, die mit farbigen Tattoos tätowiert sind und nie Beschwerden hatten. Wir hoffen natürlich, dass die Vorarlberger weiterhin farbige Tattoos wollen und jetzt zu uns kommen. Bereits vor diesem Gesetz hatten wir immer schon Österreicher und Deutsche bei uns im Studio. Es ist aktuell noch etwas schwierig ­einzuschätzen, ob wir viele neue Kunden dazugewinnen werden. Corona spielt da nämlich sicher auch eine Rolle.“ Sabrina ­Forrer, ­Riverside-Ink, St. Margrethen (www.riverside-ink.ch)

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              „Bin mir sicher, dass das Gesetz auch in der Schweiz kommt"
            </p><p class="title">„Ich bin Gegner dieses neuen Gesetz­es und finde es eine Frechheit. In meinen Augen ist es übertrieben. Ich bin seit fast 30 Jahren Teil der Szene und kenne keinen Menschen, der aufgrund von farbigen Tattoos irgendeine Form von Schaden davongetragen hat. Ich hatte schon immer viele Österreicher als Kunden, da mein Studio natürlich Nahe an der Grenze liegt. Im Moment spüren wir einen Zuwachs. Es ist jedoch nur eine Frage der Zeit, bis dieses Gesetz auch bei uns in der Schweiz gilt. Kommen wird es, da bin ich mir sicher.“Dino Defelice, Exclusiv-Tattoo, ­Widnau (www.exclusiv-tattoo.ch)</p>

„Bin mir sicher, dass das Gesetz auch in der Schweiz kommt"


„Ich bin Gegner dieses neuen Gesetz­es und finde es eine Frechheit. In meinen Augen ist es übertrieben. Ich bin seit fast 30 Jahren Teil der Szene und kenne keinen Menschen, der aufgrund von farbigen Tattoos irgendeine Form von Schaden davongetragen hat. Ich hatte schon immer viele Österreicher als Kunden, da mein Studio natürlich Nahe an der Grenze liegt. Im Moment spüren wir einen Zuwachs. Es ist jedoch nur eine Frage der Zeit, bis dieses Gesetz auch bei uns in der Schweiz gilt. Kommen wird es, da bin ich mir sicher.“
Dino Defelice, Exclusiv-Tattoo, ­Widnau (www.exclusiv-tattoo.ch)