Jugend, Rausch, Risiko

„Junge Menschen stehen unter Druck. Corona verstärkt die Lage“, sagt Risikopädagoge Ernst Nagiller. Das ­Ventil: Alkohol und andere Rausch­mittel. Ein Ventil mit Gefahrenpotenzial.

„Junge Menschen müssen sich ausprobieren, ihre Grenzen ausloten und ,die Sau raus lassen‘. Das ist nicht Neu, doch in Pandemiezeiten alles andere als einfach“, erklärt der Feldkircher Konfliktmanager Ernst Nagiller im Gespräch mit W&W. Fehlende soziale Kontakte und die sich corona-bedingte, ständig verändernde Situation in den Schulen führen dazu, dass Junge sich vermehrt zurückziehen, ihren Alltag ins Netz verlagern – oder sich dem Rausch hingeben. „Das kann dazu führen, dass sie ihre eigenen Grenzen nicht spüren und darüber hinausschießen.“ Für den Experten von „Sicheres Vorarlberg risiko.bewusst.erleben“, der am vergangenen Freitag in St. Arbogast zum Thema hätte referieren sollen (die Veranstaltung wurde kurzfristig abgesagt), ist es deshalb wichtig, dass junge Menschen ihr eigenes Risikoverhalten hinterfragen.

„risflecting“

Die Pädagogik spricht dabei von „risflecting“: Das Konzept zielt darauf ab, Kompetenzen zur Entwicklung einer Rausch- und Risikobalance zu vermitteln. „Dabei geht es nicht nur um Alkohol und Drogen. Der Begriff ,Rausch‘ wird darauf oft reduziert. Doch auch Sport, Sex, Shopping und mehr können Menschen in Rausch- und Suchtzustände versetzen.“

Stimmen zum Thema

W&W hörte sich unter Jugendlichen um, wie sie mit dem Thema „Rausch“ – im Speziellen mit Rauschmitteln – umgehen und ob sie sich möglicher Gefahren bewusst sind. Zudem geben Jugendarbeiter Einblick in ihre Erfahrunen im Umgang mit berauschten jungen Menschen. 

<p class="title">
              „Die Jungen sind sehr gut aufgeklärt"
            </p><p class="title">„Die Jugendlichen von heute sind überraschend gut aufgeklärt. Gerade hinsichtlich gesundheitlicher Folgeschäden oder psychoaktiver Wirkungen erleben wir, dass sie einiges an Vorwissen mitbringen. Die Gefahren sind den jungen Menschen durchaus bewusst. Gründe für den Konsum wie Neugierde bzw. neue Erfahrungen sammeln, positive Schilderungen von Freunden, Gruppenzwang, Flucht vor Alltagsproblemen und Überforderungen überwiegen jedoch. Unser Ansatz lautet dabei immer, das Gespräch mit den Jungen zu suchen. In schweren Fällen begleiten wir die Betroffenen auch zu Anlauf- und Beratungsstellen.“ Madlen Behrle, Offene Jugend­arbeit Götzis</p>

„Die Jungen sind sehr gut aufgeklärt"


„Die Jugendlichen von heute sind überraschend gut aufgeklärt. Gerade hinsichtlich gesundheitlicher Folgeschäden oder psychoaktiver Wirkungen erleben wir, dass sie einiges an Vorwissen mitbringen. Die Gefahren sind den jungen Menschen durchaus bewusst. Gründe für den Konsum wie Neugierde bzw. neue Erfahrungen sammeln, positive Schilderungen von Freunden, Gruppenzwang, Flucht vor Alltagsproblemen und Überforderungen überwiegen jedoch. Unser Ansatz lautet dabei immer, das Gespräch mit den Jungen zu suchen. In schweren Fällen begleiten wir die Betroffenen auch zu Anlauf- und Beratungsstellen.“ Madlen Behrle, Offene Jugend­arbeit Götzis

<p class="title">
              „Jugendarbeit leistet Aufklärungsarbeit“
            </p><p class="title">„Beruflich habe ich schon viel Erfahrung mit berauschten Jugendlichen gesammelt: Von wilden, ausartenden Partys, bis hin zu gemütlichen berauschten Abenden war alles dabei. Wie bei Erwachsenen, kann man auch bei Jugendlichen nicht davon ausgehen, dass sie sich allen Risiken bewusst sind. Ich durfte in meinen fünf Jahren in der Jugendarbeit aber auch viele Jugendliche kennenlernen, die einen sehr bewussten und aufgeklärten Umgang mit berauschenden Mitteln haben. Für alle anderen sehen wir es als Aufgabe der Jugendarbeit, in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und Fachpersonen, Aufklärungsarbeit zu leisten und ihnen einen bewussten Umgang mit berauschenden Mitteln beizubringen.“ Pascal Thaler, Jugendarbeiter in der ­Jugendkulturarbeit Walgau (JKAW)</p>

„Jugendarbeit leistet Aufklärungsarbeit“


„Beruflich habe ich schon viel Erfahrung mit berauschten Jugendlichen gesammelt: Von wilden, ausartenden Partys, bis hin zu gemütlichen berauschten Abenden war alles dabei. Wie bei Erwachsenen, kann man auch bei Jugendlichen nicht davon ausgehen, dass sie sich allen Risiken bewusst sind. Ich durfte in meinen fünf Jahren in der Jugendarbeit aber auch viele Jugendliche kennenlernen, die einen sehr bewussten und aufgeklärten Umgang mit berauschenden Mitteln haben. Für alle anderen sehen wir es als Aufgabe der Jugendarbeit, in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und Fachpersonen, Aufklärungsarbeit zu leisten und ihnen einen bewussten Umgang mit berauschenden Mitteln beizubringen.“ Pascal Thaler, Jugendarbeiter in der ­Jugendkulturarbeit Walgau (JKAW)