Kann denn Heizen Sünde sein?

Biogasanlagen aus der Lebensmittelindustrie sowie der Land- und Abfallwirtschaft stellen in Vorarlberg nur ein Prozent des Bedarfs bereit. Fotos: handout/KlimaVOR!, Sams, Lerch

Biogasanlagen aus der Lebensmittelindustrie sowie der Land- und Abfallwirtschaft stellen in Vorarlberg nur ein Prozent des Bedarfs bereit. 
Fotos: handout/KlimaVOR!, Sams, Lerch

Auch 2022 führt der Verein KlimaVOR! in Kooperation mit WANN & WO und inatura die Reihe „Auf dem Weg. Im Dialog zur Klimaneutralität“ fort. Adi Groß (Grüne) und Johannes Türtscher (GF Vorarlberger Energie­netze) diskutieren am 2. März zum Thema „Raus aus dem Gas: Kann denn ­Heizen Sünde sein?“ W&W verlost 5×2 Tickets.

Raus aus dem Öl ist schon lange die Devise. Tatsächlich ist das Verheizen von Erdgas „sauberer“ – bei Weitem aber nicht klimaneutral: Nur rund 25 Prozent geringer sind die CO2-Emissionen. Ein Ausstieg aus Erdgas gestaltet sich aber bedeutend komplizierter als bei Öl: Mit den Erdgasnetzen wurden teure Infrastrukturen geschaffen, deren Stilllegung mit massivem Wertverlust verbunden wäre. Während für die Raumwärme wirtschaftliche Alternativen bereits erfolgreich in den Markt eingeführt wurden, werden manche industrielle Anwendungszwecke auch zukünftig nicht ohne Gas auskommen.

Vom Problem zur Lösung?

Wie steht es nun um das „grüne“ Gas? Könnten sich die Gasnetze vom Problem zur Lösung wandeln? „Die Wahrheit ist: Wir wissen es noch nicht genau“, erklärt KlimaVOR!-Obmann Christof Drexel: „Einigkeit herrscht darin, dass Erdgas in einer klimaneutralen Gesellschaft keine Rolle mehr spielen darf. Grüne Gase werden hingegen an Bedeutung gewinnen, insbesondere für die hohen Temperaturen, die in der Industrie teilweise benötigt werden.“ Konkret kommen dabei Bio- und synthetisches Gas in Frage. Biogaspotenzial ist allerdings sehr beschränkt – im Ländle stellen Betriebe aus der Landwirtschaft, der Lebensmittelindustrie und der Abfallwirtschaft derzeit zusammen gerade einmal ein Prozent des gesamten Bedarfs bereit. Ein Ausbau ist möglich, aber nur in überschaubarem Ausmaß. Synthetische Gase, etwa grüner Wasserstoff (mit Hilfe von erneuerbaren Energien erzeugt) oder „EE-Methan“, also Methan, das aus grünem Wasserstoff und Kohlendioxid erzeugt wird, sind hingegen sehr teuer und werden es auf längere Sicht auch bleiben. Zum Verheizen dürfte dieses Gas deshalb viel zu schade sein. Die zentralen Fragen sind nun: Wie viel Gas wird zukünftig tatsächlich benötigt? Woher kommt es und was bedeutet das alles für das bestehende Netz? Welche Ziele müssen im Detail gesetzt, welche Strategien angewendet werden? Was ist in diesem Zusammenhang vom Gesetzgeber zu erwarten, auf EU-, Bundes- und Landesebene? Und was bedeutet das alles letzten Endes für all jene, die heute mit Gas heizen? Eine spannende Diskussion ist ­garantiert.

Tickets zu gewinnen

WANN & WO verlost 5×2 Tickets für den Dialogabend. Wer mitspielen möchte, füllt bis kommenden Mittwoch das Formular auf info.wannundwo.at/gewinnspiel mit Betreff „Klima“ aus. Die Gewinner werden per Mail verständigt.  HK

<p class="caption">Christof Drexel</p>

Christof Drexel

<p>„Klimaneutralität bis 2040 verlangt einen Umbau der Infrastrukturen, auch der Gasversorgung, die einen Rückbau erleben wird.“</p><p/><p>Adi Groß, Bundesrat (Grüne)</p>

„Klimaneutralität bis 2040 verlangt einen Umbau der Infrastrukturen, auch der Gasversorgung, die einen Rückbau erleben wird.“

Adi Groß, Bundesrat (Grüne)

<p>„Mit einer modernen und leistungsfähigen Netzinfrastruktur verfügt Vorarlberg über die besten Voraussetzungen, alternative Energieressourcen, etwa Biogas, zu fördern.“</p><p/><p>Johannes Türtscher, GF Vorarlberger Energienetze</p>

„Mit einer modernen und leistungsfähigen Netzinfrastruktur verfügt Vorarlberg über die besten Voraussetzungen, alternative Energieressourcen, etwa Biogas, zu fördern.“

Johannes Türtscher, GF Vorarlberger Energienetze

Infos


Auf dem Weg.
Im Dialog zur ­Klimaneutralität.
„Raus aus dem Gas: ­­
Kann denn Heizen Sünde sein?“

WANN: Mi., 2. März, 19 Uhr

WO: inatura, Jahngasse 9, Dornbirn

Auf dem Podium:

Adi Groß,
Mitglied des Bundesrats (Grüne) und
Johannes Türtscher, Geschäftsführer der Vorarlberger Energienetze

Moderation: Christof Drexel, KlimaVOR!

Eintritt: 5 Euro
Anmeldung unter:

Tel.: +43 676 83306 4770

Mail: naturschau@inatura.at

www.klimavor.at

Die Dialogreihe im Podcast

Wer bei den spannenden Themen­abenden nicht dabei sein kann, hat die Möglichkeit, die Dialoge als kostenlose Podcasts nachzuholen. Die Diskussionen gibt es auf www.klimavor.at/aktuelles/podcast-zu-unserer-dialogreihe zum Nachhören.