Von der Schulbank auf den Chefsessel

Schon früh feilte Janik Bickel an seinen Geschäftsideen. Fotos: Philipp Bickel

Schon früh feilte Janik Bickel an seinen Geschäftsideen. Fotos: Philipp Bickel

Während es für andere Jungen noch nichts Wichtigeres als Fußball gab, hat Janik Bickel aus Schlins schon an seinen Geschäftsideen gefeilt – und dafür kurz vor der Matura die Schule geschmissen. Eine gute Entscheidung, wie sein Erfolg zeigt.

Der 25. September 2019 ist ein besonderes Datum für Janik Bickel. Nicht nur, weil es für den damaligen Schlinser und heutigen Dornbirner sein 18. Geburtstag war. „An dem Tag bin ich ins Sekretariat meiner Schule gegangen und habe mich abgemeldet. Und bin direkt danach zur Wirtschaftskammer, um meine Unternehmen anzumelden“, erzählt Bickel im Gespräch mit WANN & WO. Führerschein, Party, Erwachsensein: Worauf andere sich bei ihrem 18. Geburtstag freuen, war für ihn zweitrangig, Bickel
interessierte vor allem seine Rechtsfähigkeit.

Darauf hatte er schließlich lange gewartet – jahrelang, um genau zu sein: „Schon mit etwa 13 Jahren hatten mich Themen wie Wertbildung und Finanzen inter-essiert“, erinnert er sich. An den Büchern über Tiere, Sport und Abenteuer, die für seine damalige Altersstufe empfohlen werden, geht er im Geschäft vorbei. Und steuert direkt die Fachwerke zu Ökonomie, Finanzwesen und Marketing an.

„Insta“ als Startrampe

„Danach wollte ich das Gelesene in die Praxis umsetzen. Also habe ich erst einmal eine Themenseite bei Instagram erstellt“, schildert Bickel. „Auf der teilte ich mein Wissen zum Thema, sammelte auch weiterhin neues und probierte erste Marketing-konzepte aus.“

So lange, bis er endlich volljährig ist und sein Unternehmen gründet, Bickel Adivsory. „Kurz erklärt: Wir bauen digitale Vertriebswege für Unternehmen auf, die so Zeit gewinnen, sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren.“ Mit diesem Konzept erwirtschaftete er schon im ersten Monat 15.000 Euro – und knackte 2020 die Marke
von einer Million Euro.

„Nicht nur
Erfolg sehen“

Eine Erfolgsgeschichte, die das Zeug zum Vorbild hat? Nicht um jeden Preis: „Auch wenn ich es getan habe, würde ich niemandem raten, die Schule abzubrechen, um ein Unternehmen zu gründen – jedenfalls nicht, solange keine Idee dahintersteckt, die absolut sicher und erfolgreich vermarktbar ist.“ Und man müsse realistisch sein: „Viele sehen nur das Ergebnis, aber nicht den Preis dafür“, stellt der 20-Jährige fest. „Um ehrlich zu sein: Zu Beginn hatte mein Arbeitstag häufig 16 Stunden. Da wären Schule und Matura deutlich entspannter gewesen.“ Wohl auch für seine Eltern. „Sie wussten vorab nichts davon – und waren entsprechend geschockt“, erinnert sich Bickel lachend. „Mittlerweile haben sie aber den Schock überwunden und sind stolz auf mich.“

<p>Redakteurin Anja sprach mit Bickel per Video-Chat.</p>

Redakteurin Anja sprach mit Bickel per Video-Chat.

2019 gründete Janik Bickel die Bickel Advisory GmbH. 15.000 Euro erwirtschaftete die Firma im ersten Monat. 2020 betrug die Auftragslage über eine Million Euro. 3 Immobilienfirmen nennt Janik Bickel heute außerdem sein Eigen.