„Antirassismus gehört dazu“

Auch der Vorarlberger „FFF“-Gruppe ist der Kampf gegen Rassismus auf ihren Demos – wie hier in Bregenz – wichtig. Wie sie zu Dreads stehen, lassen sie aber offen. Das frühere „FFF Vorarlberg“-Gesicht Aaron Wölfling trug in der Vergangenheit Dreads.

Auch der Vorarlberger „FFF“-Gruppe ist der Kampf gegen Rassismus auf ihren Demos – wie hier in Bregenz – wichtig. Wie sie zu Dreads stehen, lassen sie aber offen. Das frühere „FFF Vorarlberg“-Gesicht Aaron Wölfling trug in der Vergangenheit Dreads.

Der Disput um die Musikerin Ronja Maltzahn bei einer „Fridays for Future“-Demo in Hannover bestimmt seit einer Woche die Klima- debatte. W&W sprach mit der Vorarlberger Gruppe.

Die Wogen gingen hoch wie selten: Vergangenes Wochenende hätte die Sängerin Ronja Maltzahn bei einer Demo der Hannoveraner „Fridays for Future“-Gruppe auftreten sollen. Hätte sollen, denn: Die Aktivisten luden die Musikerin kurzfristig aus – wegen ihrer Dreadlocks. Das „Auftreten einer weißen Person mit Dreadlocks auf unserer Bühne“ könne „für BIPoCs“ – also „Black, Indigenous, People of Color“, Anm. d. Red. – den Eindruck erwecken, „dass diese Bewegung für sie keinen ‚Safer Space‘ darstellt“, erklärte die Gruppe.

Kulturelle Aneignung

Von kultureller Aneignung war die Rede, also dem Übernehmen eines Bestandteils einer Kultur, ohne sich mit den Hintergründen auseinanderzusetzen – so wie Dreads eben Zeichen der Unterdrückung und Ausgrenzung von BIPoCs waren. Maltzahn hielt dagegen, dass sie die Frisur so wie viele Linksgerichtete aus Solidarität trage. „Fridays for Future“ wurden scharf kritisiert, sich über ihre eigenen inhaltlichen Themen hinwegzusetzen und dabei über das Ziel hinauszuschießen.

Doch was sagen die Klima-schützer selbst dazu? „Klimagerechtigkeit ist mehr als nur Klimaschutz. Da gehören Themen wie Antirassismus dazu“, findet etwa Johannes Hartmann von der Vorarlberger „Fridays for Future“-Gruppe. „Die Klimakrise geschieht in keinem Vakuum, sie wurde von unserer Gesellschaft mit all ihren Krisen, wie Korruption, Rassismus oder fehlender Gleichberechtigung hervorgebracht. Der Einsatz für Klimagerechtigkeit heißt, dass wir nicht nur für eine klimaneutrale, sondern auch für eine sozial gerechte Welt kämpfen.“

Ob die Vorarlberger gleich entschieden hätten, wie die Hannoveraner? Diese Frage lässt Johannes offen: „Wir sollten bei dieser konkreten Diskussion vor allem den Betroffenen und Expert-Innen zuhören, wozu ich mich selbst nicht zähle.“