Kommentar

Echter Diskurs statt
virtueller Schreierei

Ronja Maltzahn wegen ihrer Dreads kulturelle Aneignung vorzuwerfen, erscheint überspitzt. Wo aufhören, wenn man da anfängt, tönen Kritiker. Andererseits: Rassismus ist nach wie vor weitverbreitet. Nicht nur auf rechten Demos, sondern auch – und auch besonders – im Alltag, an Stammtischen und auf Bieretiketten. So haben
beide Seiten ihre eigenen, überzeugenden Argumente. Und die Wahrheit liegt wie so oft dazwischen. Doch die findet man nicht mit reflex-artiger, virtueller Schreierei in Kommentarspalten. Sondern mit echtem Diskurs. Bestenfalls mit denen, die wirklich betroffen sind.


Anja Förtsch, Redakteurin