Krank durch Instagram & Co.?


              „Idealbilder sind Erfolgskonzept“
            „Ich denke nicht immer daran und könnte mehr tun, um falschen Idealen entgegen zu wirken. Für viele Influencer-Innen ist die Verkörperung der Idealbilder ihr Erfolgskonzept. Man sollte nicht alles glauben, was man sieht.“ Julia Brunner, @juliabrunner__

„Idealbilder sind Erfolgskonzept“

„Ich denke nicht immer daran und könnte mehr tun, um falschen Idealen entgegen zu wirken. Für viele Influencer-Innen ist die Verkörperung der Idealbilder ihr Erfolgskonzept. Man sollte nicht alles glauben, was man sieht.“ Julia Brunner, @juliabrunner__

Perfekte Leben, perfekte Körper – perfekter Druck auf Mädchen und junge Frauen? Instagram & Co. beeinflussen ExpertInnen zufolge immer öfter Körperbild- und Essstörungen. W&W fragte nach.

Um 5 Uhr morgens klingelt der Wecker. Die junge Frau läuft durch ihre stilvoll eingerichtete Wohnung, trinkt einen halben Liter ZitronenWasser, macht Yoga, isst ein kleines Schälchen Joghurt mit aufwendig drapiertem Obst und liest ein Buch. „That Girl“ nennt sich diese Kategorie, unter der junge Frauen ihren scheinbar perfekten Morgen filmen und auf Instagram, TikTok und YouTube stellen. Falsch ist an den morgendlichen Aktivitäten nichts – außer, dass sie wohl kaum jemand dauerhaft im Alltag umsetzen kann. „Im Verein Amazone machen wir die Erfahrung, dass Medien großen Druck auf Mädchen und junge Frauen ausüben – obwohl ihnen oft bewusst ist, dass transportierte Bilder nicht der Realität entsprechen“, sagt Sozialpädagogin Katharina Buhri. Im Projekt „body rEVOLution!“ merke sie, dass auch Erwachsene ihre Probleme damit hätten.

Vermehrte Hilferufe

Das bestätigt Susanne Fritz-Balint. Sie leitet die Suchtfachstelle der Caritas im Unterland mit der Kontaktstelle Esssstörungen. Dort wurden 2021 insgesamt 116 KlientInnen begleitet. 58 waren unter 30 Jahre alt. „Nach einem Jahr Corona-Pandemie kam es zu einer massiven Steigerung an Neuanfragen“, sagt Fritz-Balint. „Insbesondere jüngere Mädchen und Frauen geben an, ihr selbstgefasstes Ziel und Körper-
ideal auf Social-Media-Kanälen zu finden.“ Eine Essstörung auslösen würde das aber noch nicht. „Es kann jedoch ein bereits vorliegendes Problem – ein gestörtes Essverhalten – begünstigen.“ Die Lösung heißt für sie Medienkompetenz der NutzerInnen. Und: „Ich finde es wichtig, dass besonders erwachsene ‚Idole‘ sich ihrer Verantwortung bewusst werden, dass alles, was sie posten, auch eine Wirkung hat.“

<p>Katharina Buhri</p>

Katharina Buhri

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              „Nur Ausschnitte“
            </p><p>„Mir wird immer wieder bewusst, wie groß mein Einfluss ist, wenn sich etwa FollowerInnen wegen mir ein Tattoo stechen lassen. Ich habe aufgehört, mir zu große Gedanken zu machen, was ich poste, ich will authentisch und spontan sein. Ich musste selbst lange lernen, dass all das, was ich sehe, nur Ausschnitte sind.“ Susanna Wurz, @susannawurz</p>

„Nur Ausschnitte“

„Mir wird immer wieder bewusst, wie groß mein Einfluss ist, wenn sich etwa FollowerInnen wegen mir ein Tattoo stechen lassen. Ich habe aufgehört, mir zu große Gedanken zu machen, was ich poste, ich will authentisch und spontan sein. Ich musste selbst lange lernen, dass all das, was ich sehe, nur Ausschnitte sind.“ Susanna Wurz, @susannawurz

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              „Kann gefährlich sein“
            </p><p>„Ich bearbeite nur im Bezug auf die Bildsprache, Tonalität und Farben. Ich sehe es kritisch, wenn InfluencerInnen ihre komplette Statur, die Figur und das Gesicht bearbeiten und verändern – was leider oft gemacht wird. Gerade für junge Leute, die noch nicht differenzieren können, was echt ist und was nicht, kann das äußerst gefährlich im Bezug auf das eigene Körperbild und die Körperwahrnehmung sein.“Theresa Pfanner, @stylemocca</p>

„Kann gefährlich sein“

„Ich bearbeite nur im Bezug auf die Bildsprache, Tonalität und Farben. Ich sehe es kritisch, wenn InfluencerInnen ihre komplette Statur, die Figur und das Gesicht bearbeiten und verändern – was leider oft gemacht wird. Gerade für junge Leute, die noch nicht differenzieren können, was echt ist und was nicht, kann das äußerst gefährlich im Bezug auf das eigene Körperbild und die Körperwahrnehmung sein.“
Theresa Pfanner, @stylemocca

Infos

Anlaufstellen und Kontakt


Hast du ein Problem mit
deinem Körperbild, fühlst du dich unter Druck gesetzt oder ist bereits dein Essverhalten gestört?

Bei den ExpertInnen zum Thema Essstörungen der Caritas Vorarlberg findest du Hilfe: essstoerung@caritas.at.

Wenn du jemanden zum Reden oder eine sichere,
triggerfreie Umgebung suchst, findest du beim Verein
Amazone in Bregenz Hilfe: www.amazone.or.at. Alle Angebote sind kostenlos.