Snus & Co.: Gefährliche Suchtmittel liegen im Trend

Produkte wie Snus, Skruf oder auch tabakfreie Nikotinbeutel haben das Rauchen bei jungen Menschen abgelöst. Die SUPRO warnt allerdings vor gesundheitlichen Risiken wie ­beispielsweise Nikotinvergiftungen. Foto: Sams; handout/Supro; Umfrage WANN & WO/Sandra Kielwein

Produkte wie Snus, Skruf oder auch tabakfreie Nikotinbeutel haben das Rauchen bei jungen Menschen abgelöst. Die SUPRO warnt allerdings vor gesundheitlichen Risiken wie ­beispielsweise Nikotinvergiftungen.
Foto: Sams; handout/Supro; Umfrage WANN & WO/Sandra Kielwein

Zigaretten waren gestern. Heute liegen Nikotinbeutelchen bei der Jugend im Trend. ­Aufgrund vermehrter Anfragen von Schulen und Eltern, warnt die SUPRO deshalb ausdrücklich vor dem Konsum durch Jugendliche.

„Liebe Eltern, in letzter Zeit nehmen wir wahr, dass mehr und mehr Jugendliche – auch im Schulunterricht – sogenannte Snus bzw. Nikotinbeutel konsumieren“, heißt es in einem Elternbrief, der von der SUPRO in Kooperation mit einem Bregenzer Gymnasium ausgesandt wurde und WANN & WO vorliegt. Doch worum geht‘s da nun im Detail? „Es handelt sich dabei um nikotinhaltige Produkte, die im Gegensatz zu Snus (Mundtabak) keinen Tabak enthalten. Darin enthalten sind Pflanzenfasern, Tees und Salze als Trägerstoffe, die mit Nikotin bedampft werden“, informiert Christian Rettenberger von der Präventionsstelle SUPRO. Da diese Produkte aktuell nicht unter das Tabak- und Nichtrauchergesetz fallen, ist der Handel und die Bewerbung in Österreich nicht verboten, ein Verkauf an sowie der Konsum von Personen unter 18 Jahren ist untersagt.

Verkauf trotz ­Altersbeschränkung

Die Jugendlichen kommen dennoch scheinbar problemlos an die Beutelchen heran: Im vergangenen Jahr wurden bei 273 Testkäufen in ganz Vorarlberg in rund 36 Prozent der Fälle Nikotin- und Tabakprodukte (insbesondere Nikotinbeutel) in Trafiken, Handel und Tankstellen an Jugendliche unter 18 Jahren abgegeben. Zudem besorgen sich viele Junge die Produkte über Ältere oder bestellen sie einfach im Internet.

Hohes Sucht- und ­Gefahrenpotenzial

Nikotin ist ein Nervengift, das sehr schnell zu Abhängigkeit führen kann. „Zudem kommt es schnell zu unangenehmen Entzugssymptomen wie Unruhe, Gereiztheit, Unkonzentriertheit, etc.“, betont der SUPRO-Experte. Mit den Nikotinbeuteln wird tendenziell auch mehr Nikotin im Körper aufgenommen, als etwa beim Rauchen. „Dadurch ist auch das Abhängigkeitspotenzial um einiges höher als bei Zigaretten. Aufgrund des teils sehr hohen Nikotingehaltes kann es zudem besonders bei Jugendlichen zu Überdosierungen und Nikotinvergiftungen kommen.“

Rat für Eltern

Rettenberger empfiehlt Eltern, mit ihren Kindern über Nikotin- und Tabakprodukte zu sprechen und ihrer Sorge Ausdruck verleihen, dass diese Produkte sehr schnell abhängig machen können. „Zudem sollten Erziehungsberechtigte auch klar darauf hinweisen, dass die Produkte von Jugendlichen unter 18 Jahren nicht konsumiert werden dürfen“, so der Experte abschließend.

«Die Nikotinbeutelchen machen schnell abhängig und führen zu unangenehmen Entzugserscheinungen.» Supro-Experte Christian Rettenberger über die bei Jugendlichen beliebten Produkte.

SUPRO

Am Garnmarkt 1

6840 Götzis
Tel: 05523/54941

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