„Jedes Gesetz ist Bevormundung“

Um die Klimaerwärmung einzubremsen, müssen auch Dinge wie „exzessives Fliegen“ hinterfragt werden.

Um die Klimaerwärmung einzubremsen, müssen auch Dinge wie „exzessives Fliegen“ hinterfragt werden.

Um die globale Erwärmung zu stoppen, müssen die Emissionen in allen Lebensbereichen drastisch reduziert werden. Doch geht das auch auf demokratischem Wege? Dazu diskutieren Rainer Siegele und Rainer Keckeis am Mittwoch, dem
1. Juni, in der Inatura in Dornbirn. WANN & WO verlost 5×2 Tickets.

Es wird immer klarer: Mit Technologie alleine werden wir die globale Erwärmung nicht stoppen. Einen Teil werden wir auch in Form unseres Verhaltens beisteuern müssen. Dabei geht es weniger um die vielzitierte Rückkehr zur Steinzeit, als um Auswüchse, die es zu hinterfragen gilt – etwa im Bereich des „exzessiven Fliegens“ oder in der tierisch dominierten Ernährung und der damit zusammenhängenden Landwirtschaft. „In vielen Bereichen wird es Gesetze und Verordnungen brauchen, die ,Einschränkung der persönlichen Freiheit‘ wird postwendend beklagt werden“, ist sich Christof Drexel, Obmann des Vereins KlimaVOR! sicher. Doch ermöglichen Gesetze nicht heute schon unser Zusammenleben? Der deutsche Umweltwissenschaftler Michael Kopatz formulierte es so: „Jedes Gesetz ist eine Bevormundung. Die Geschichte der Zivilisation ist eine Geschichte der Entwicklung von Regeln. Sie gehören zur Demokratie wie das Atmen zum Menschen.“

Einerseits gilt es herauszufinden, welche Ergebnisse mit bloßer Bewusstseinsbildung erzielt werden können. Zum anderen müssen aber die notwendigen ordnungsrechtlichen Maßnahmen so umgesetzt werden, dass sie auf Akzeptanz stoßen – Partizipation lautet ein Zauberwort hierzu. Aber reicht das schon aus? Wie ist es um den oft bemühten Interessensausgleich bestellt: Mündet die Strategie, es allen recht zu machen, nicht in der Stagnation? Irgendwie müssen wir es schaffen, das gemeinsame existenzielle Ziel, die Grundlagen unserer Zivilisation zu erhalten, über alle Einzelinteressen zu ­stellen.

Auch wenn uns mehr denn je bewusst ist, wie wichtig eine liberale, demokratische Gesellschaft ist, stellt sich die Frage, ob die gegenwärtigen politischen Prozesse dazu taugen, die entscheidenden Weichen ausreichend schnell zu stellen. Aber welche Alternativen gibt es? Sollte das Dilemma der mehrheitsgetriebenen Politik am Ende das Überleben unserer Zivilisation gefährden?

Tickets zu gewinnen

WANN & WO verlost 5×2 Tickets für die spannende Diskussion. Wer mitspielen möchte, füllt bis kommenden Mittwoch das Formular auf info.wannundwo.at/gewinnspiel mit Betreff „Klima“ aus. Die Gewinner werden per Mail informiert.

<p>Christof Drexel</p>

Christof Drexel

«Bewusstseinsbildung allein ist zu wenig. Wir brauchen innerhalb des demokratischen Rahmens eine Form der Mehrheitsfindung, die eine Akzeptanz für ein verändertes Konsum- und Mobilitätsverhalten schafft.» Rainer Keckeis, Direktor AK Vorarlberg

«Anhand der Entwicklungen der letzten zwei Monate sieht man, wie geopolitische Veränderungen Themen der Energiezukunft und Nachhaltigkeit in ein völlig neues Licht rücken.» Rainer Siegele, Bürgermeister Mäder

Auf dem Weg. Im Dialog zur Klimaneutralität.

WANN: Mi., 1. Juni, 19 Uhr

WO: Inatura, Jahngasse 9, Dornbirn

Auf dem Podium:
Rainer Siegele, Bürgermeister Mäder und Rainer Keckeis, Direktor
AK Vorarlberg

Moderation: Christof Drexel, ­KlimaVOR!

Eintritt: 5 Euro

Anmeldung unter:

Tel.: +43 676 83306 4770

Mail: naturschau@inatura.at

www. klimavor.at

Die Dialogreihe im Podcast:

Wer bei den spannenden Themenabend nich dabei sein kann, hat die Möglichkeit, die Dialoge als kostenlose Podcasts nachzuholen. Die Diskussionen gibt es auf www.klimavor.at/aktuelles/podcast-zu-unserer-dialogreihe zum Nachhören.