3 Fragen an Sarah Isele, Abteilung Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik, Arbeiterkammer Vorarlberg

Bekommen Sie bereits Anfragen von Jüngeren bezüglich flexiblerer Arbeitsmodelle?

„Sie fragen zwar nicht explizit danach, aber es ist ihnen sehr wichtig, dass sie eine Arbeit haben, die zu ihren Stärken, Werten und Vorstellungen passt. Da kommt es schon vor, dass bereits die Wahl der Ausbildung davon abhängt, wie flexibel sie dann im späteren Berufsleben sind.“

Hat sich generell die Stimmung unter den Arbeitnehmer-Innen verändert? Geht das Land weg von „schaffa, schaffa“?

„Es stehen bestimmt andere Werte als noch bei der Generation der ‚Boomer‘ im Vordergrund. Freizeit und private Beziehungen haben an Bedeutung gewonnen und stiften mindestens genauso viel Sinn wie der Beruf. Gleichzeitig sollte der Beruf nicht nur Pflicht und Mittel zum Zweck der Einkommens-sicherung sein.“

Wie müssen ArbeitgeberInnen auf die veränderten Wünsche und Vorstellungen von ArbeitnehmerInnen reagieren? Findet das in Vorarlberg bereits statt?

„Viele wünschen sich eine flexible und vor allem mit- oder sogar selbstbestimmte Arbeitszeit.
Manche Betriebe in Vorarlberg
reagieren bereits darauf und bieten Varianten der Vier-Tage-Woche an, wenn auch ohne wirkliche Arbeitszeitverkürzung. Der zusätzliche freie Tag dürfte die Mehrarbeit an den anderen vier Tagen jedoch mehr als aufwiegen. Das unterstreicht den hohen Stellenwert längerer Freizeitphasen.“