„Die Arbeit ist sehr divers“

Der 17-jährige Xaver ­Seiringer besucht den Landwirtschaftszweig des Josephinums in Wieselburg. Für sein Praktikum wählte er den Vetterhof in Lustenau. Die Entscheidung hat er nicht bereut.

Ohne das Fernsehen wäre Xaver Seiringer (17) nie nach Lustenau gekommen. „Ich habe nicht bewusst nach einem Betrieb in Vorarlberg gesucht. Meine Eltern sahen dann aber eine Dokumentation, in der Simon Vetter, der Bauer vom Vetterhof, vorkam“, erklärt der junge Nieder­­österreicher. Für den Landwirtschaftsschüler war das ein Glücksfall, denn für sein Praktikum suchte er einen innovativen Hof. Entschlossen fuhr er quer über die Ostalpen ins Rheintal, um sich selbst ein Bild vom Vetterhof zu machen. „Das Betriebskonzept mit der Direktvermarktung hat mich überzeugt“, schwärmt Seiringer, der selbst auf einem Bauernhof aufgewachsen ist.

Klein, aber oho!

Wenige Tage vor dem Beginn seines Praktikums besuchte der 17-Jährige mehrere Bio-Höfe in Vorarlberg. Bei der Exkursion, die von „BANG“, der Jugendorganisation von Bio Austria, organisiert wurde, lernte er, dass in Vorarlberg die Dinwge etwas anders laufen als in Niederösterreich. „Mir war nicht bewusst, wie kleinstrukturiert hier alles ist. Bei uns ist ein Betrieb mit sechs Milchkühen eine Hobbylandwirtschaft. In Vorarlberg kann das ein richtiger Betrieb sein. Das hat mich sehr verwundert“, gesteht Seiringer.

„Haben immer einen Schmäh“

Auf dem Vetterhof gibt es zwar keine Rinder mehr, dafür lernt er, wie man eine Vielzahl von Pflanzen mit den unterschiedlichsten Methoden anbaut. „Die Arbeit ist sehr divers. Es kam noch nie vor, dass ich die gleiche Arbeit machen musste wie am Tag davor. Auch die Leute, mit denen ich arbeite, sind cool, interessant und haben immer einen Schmäh“, schildert der junge Mann.

Mit der Ukulele im Ried

Nach der Arbeit geht Seiringer gerne schwimmen, etwa an den Alten Rhein. Auch in der Rappenlochschlucht war er schon baden. Doch viel öfters nimmt er abends die Ukulele in die Hand und beginnt zu spielen. Dann erklingen frohe Melodien über dem Hof im Lustenauer Ried, bis die Sonne untergeht.

Ideen für die Zukunft

Der junge Niederösterreicher überlegt sich noch, ob er in den landwirtschaftlichen Betrieb seiner Familie einsteigen soll. Die Eltern von Seiringer haben sich auf Ackerbau und die Herstellung von Kompost spezialisiert. Gemeinsam mit seinem Bruder könnte er deren Hof fortführen. Was auch die Zukunft bringt, fest steht, dass der 17-Jährige innovativ sein wird.  SV

«Bei uns ist ein Betrieb mit sechs Milchkühen eine Hobbylandwirtschaft. In Vorarlberg kann das ein richtiger Betrieb sein.» Xaver, 17 Jahre alt