3 Fragen an Karin Pfister, Obfrau „do it yourself“ Bludenz

„do it yourself“ bietet seinen Klienten seit drei Monaten Schulungen mit dem Notfallmedikament „Naloxon“ an. Was steckt dahinter?

Naloxon ist ein Medikament, dass bei Überdosierungen eingesetzt wird. Es ist quasi der Antagonist zu den Opioiden: Es befreit die Rezeptoren im Hirn von den ­Opioiden und regt die Atmung wieder an. Wir bieten Naloxon als einfach anzuwendendes ­Nasenspray an. Unsere Klienten bekommen ­Schulungen im Umgang damit, gleichzeitig bilden wir sie zu ­Ersthelfern aus.

Sind Sie die einzige Stelle im Ländle, die dieses Programm anbietet?

Ja, wir sind die ersten und bislang einzigen. Wir arbeiten aber natürlich mit den anderen nieder­schwelligen Einrichtungen im Land zusammen. Das Problem ist die Finanzierung, daran arbeiten wir gerade: Ein Pack kostet 50 Euro. Geld, das unsere Klienten nicht haben. Mundipharma hat uns 100 Stück gesponsert. Wenn wir die Finanzierung fixiert haben, wäre es das Ziel, dass jeder Bezirk im Land dieses Leben rettende Medikament in die Apotheken bekommt. Im Optimalfall wird es über die Krankenkasse finanziert.

Welche ­weiteren Angebote ­verfolgen Sie in der ­Drogenhilfe?

Die Versorgungssituation im Land ist generell gut, allerdings gibt einen Mangel an Substitutionsärzten. Das Programm muss aber für die Zukunft gesichert werden. Wichtig wären auch Drug-Checks und Konsumräume, sprich, „Safer Use“-Räume. Dafür setzen wir uns ebenfalls stark ein.