Mit Öffis bis nach Portugal

Picknick am Strand:Familie Laufer genießt jede Sekunde ihrer außergewöhnlichen Reise. Fotos: privat

Picknick am Strand:
Familie Laufer genießt jede Sekunde ihrer außergewöhnlichen Reise. Fotos: privat

Familie Laufer aus Bludenz hat einen außergewöhnlichen Plan: mit den Kindern Europa bereisen – aber nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Die vier sind inzwischen in Portugal und gaben WANN & WO ein Update.

Schon über eine Stunde laufen Anton und Richard langsam an der Straße in Portugal entlang, die Köpfe nach unten gerichtet, die neugierigen Augen auf das Pflaster geheftet. „Die Jungs beobachten das Wasser. Wie es die Straße hinunterläuft, welchen Weg es nimmt, wie die Ameisen auf das Wasser reagieren und was es alles mit sich fort trägt“, schildert Soña Laufer WANN & WO. „Oft bin ich selber überrascht, wie lange sie sich mit einer Sache beschäftigen können. Und ich schätze mich glücklich, diese Gabe auch wieder an mir selbst zu entdecken.“

„Eile tötet“

Seit Mai ticken die Uhren für die vierköpfige Familie anders. Denn damals machten sich die Bludenzer auf, Europa zu bereisen – und das ausschließlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Zum Einen, weil sie die Natur schützen und Ressourcen schonen wollen. So kommen sie freilich langsamer voran. Aber genau das ist der zweite Beweggrund für ihren außergewöhnlichen Plan: „Die Schnelllebigkeit der moderenen Zeit nimmt uns doch viel zu oft die Möglichkeit, die schönen und einfachen Sachen im Leben zu sehen“, ist Soña überzeugt. „Auf unserer Reise ist mir ein marrokanisches Sprichwort untergekommen: ‚Eile tötet. Die Friedhöfe sind voll von Hast.‘“

Urlaub gegen Hand

Diese Hast hat die Familie inzwischen vollkommen abgelegt. „Die erste Mai-Woche war ich mit den Kindern alleine in Süd-Italien und Süd-Frankreich, weil mein Mann Ralf
noch arbeiten musste“, erzählt die Bludenzerin. „Er kam dann nach und reiste mit uns weiter nach Spanien, musste aber noch einmal für die Arbeit abreisen.“ In dieser Zeit lebte Soña mit den Kindern auf einer Farm, wo sie gegen Kost und Logis auch aushalf – „wwoofen“ nennt sich das Konzept von Urlaub gegen Hand. „Der Aufenthalt auf der Farm war herrlich. Wir können so etwas nur empfehlen“, sagt Soña begeistert. Dort stieß auch Vater Ralf wieder zur Familie. Und das nach einer ganz besonderen Anreise:
„Ich bin erst mit dem Flixbus nach Barcelona gefahren und von dort mit dem Rennrad weiter – 1200 Kilometer in sechs Tagen und mit 15 Kilo Gepäck“, erzählt er.

Nächstes Ziel Marokko

Aktuell ist die Familie in Lissabon, das nächste Ziel ist Marokko. Das hat sich aber verschoben: „Erst hatten die Kinder mit zeitlichem Abstand beide Windpocken“, erzählt Soña, „und dann haben Ralf und ich uns erkältet.“ Die Straße von Gibraltar werden die Reisenden also etwas später als geplant passieren. Aber die Hast und Eile haben sie ja ohnehin hinter sich gelassen.

<p class="caption">Richard hilft beim Gießen.</p>

Richard hilft beim Gießen.

<p class="caption">Ralf reiste mit dem Rad nach.</p>

Ralf reiste mit dem Rad nach.

<p class="caption">Das Müllsammeln wird weiter auf dem Blog www.clean-playgrounds.com geteilt.</p>

Das Müllsammeln wird weiter auf dem Blog www.clean-playgrounds.com geteilt.

<p class="caption">Anton und Richard kümmern sich um die Tiere der Farm.</p>

Anton und Richard kümmern sich um die Tiere der Farm.

<p class="caption">W&W hatte zuletzt über die Reisepläne der Familie berichtet.</p>

W&W hatte zuletzt über die Reisepläne der Familie berichtet.