Mayo schwitzen, Tabasco weinen

Aurelia (l.), Sebastian (m.) und Bruno (r.) durften „Vortex“ Probespielen. Fotos: W&W/Vetter

Aurelia (l.), Sebastian (m.) und Bruno (r.) durften „Vortex“ Probespielen.
Fotos: W&W/Vetter

Christopher Kilburn (20) aus Lustenau träumt seit Jahren davon, Spiele zu entwickeln. Mit Vortex ist er seinem Ziel einen großen Schritt näher gekommen. WANN & WO war beim Probespielen dabei.

„Würdest du lieber Mayonnaise schwitzen oder Tabasco weinen?“, fragt Bruno Sagmeister (28) seine Schwester Aurelia (31), bevor beide in Lachen ausbrechen. „Tabasco weinen, weil man weniger weint, als man schwitzt“, antwortet Aurelia mit verschmitzter Sicherheit. Die beiden hatten sichtlich Spaß, als sie „Vortex“ − das erste Brettspiel von Christopher Kilburn − ausprobieren durften. Seit seiner Schulzeit hegt der 20-Jährige Lustenauer den Wunsch, Spiele zu entwerfen. Mit „Vortex“, das voraussichtlich ab September online erhältlich sein wird, ist er seinem Traum ein großes Stück nähergekommen. Während die ersten 500 Stück auf Englisch gehalten sind, kann sich der Lustenauer gut vorstellen, in Zukunft auch eine deutschsprachige Variante auf den Markt zu bringen.

Ein Gesellschaftsspiel

Auf den ersten Blick erinnert „Vortex“ an Monopoly. Spielende würfeln, danach bewegen sie ihre Figuren über ein Brett mit Feldern und ziehen Karten. Im Gegensatz zum Klassiker drehen sich diese aber nicht um Geld. Stattdessen geht es um Herausforderungen und lustige Fragen. Diese kommen in Gestalt der Karten, von denen es vier verschiedene Arten gibt:

„2 Idiots 1 Thought“, „Truth or Dare“, „Who’s most likely to“ und „Challenge“. Um das Spiel zu gewinnen, muss man ans Ende des Spielbretts gelangen. Wer aber auf dem Vortex-Feld in der Mitte des Brettes landet, fällt wieder zurück an den Start. „Es soll dabei helfen, die Komfort-Zone zu verlassen und sich locker unter neuen Menschen zu fühlen“, erklärt der Lustenauer.

Ideen von der Party

Inspiriert wurde der 20-Jährige von Spielen, die er gemeinsam mit Freunden auf Partys entworfen hat. Daher lässt sich „Vortex“ auch als Trinkspiel spielen. Das ist insofern überraschend, da Kilburn von sich sagt, dass er lieber Sport betreibt, als Alkohol zu trinken. „Es soll zwar als Trinkspiel funktionieren, aber primär ein Gesellschaftsspiel sein. Die Bedürfnisse aller sollen befriedigt werden“, erklärt der Spieleentwickler.

Schon während seiner Zeit an der Handelsakademie in Lustenau fing Kilburn an, Ideen für ein Spiel zu sammeln. Mit der konkreten Arbeit an „Vortex“ begann der Lustenauer im August 2021. Damals war er noch Zivildiener in einem Altersheim. „Ich habe fast alles selbst entworfen und dem Grafiker genaue Vorgaben ge­­zeigt. Ich dachte mir, das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass ich etwas Geld verliere“, schildert er. Hilfe bekam er vom Gründerservice der Wirtschaftskammer und von Spieleentwicklern aus ganz Europa, bei denen sich Christopher schlaumachte, wo man am besten drucken kann.

Einfache Regeln

Das Urteil der Probespielenden Geschwister fiel äußerst positiv aus. „Es ist nicht nur eine Art von Spiel, sondern eine Kombination aus vielen verschiedenen“, hält Bruno fest. Gleichzeitig sei es sehr einfach strukturiert und es gibt nur wenige Regeln zu beachten. Aurelia betont des Weiteren, dass die Karten vielseitig an der Vorstellungswelt der Spielenden anknüpfen und in einem angenehmen Ton gehalten sind.

<p class="caption">Die Karten können einen auffordern ...</p>

Die Karten können einen auffordern ...

<p class="caption">... Socken an den Händen zu tragen ...</p>

... Socken an den Händen zu tragen ...

<p class="caption">... oder beschwerte Liegestütze zu machen.</p>

... oder beschwerte Liegestütze zu machen.

<p>C. Kilburn</p>

C. Kilburn

«Das Spiel soll helfen, die Komfort-Zone zu verlassen und sich locker zu fühlen.» Christopher Kilburn (20), aus Lustenau