Voll, voller, Tierschutzheim

Hündin Ellie wartet noch auf ein neues Zuhause. Derweil kümmert sich Pfleger Benedikt gut um sie.

Hündin Ellie wartet noch auf ein neues Zuhause. Derweil kümmert sich Pfleger Benedikt gut um sie.

Nach der Sommerpause vermittelt das Vorarlberger Tierschutzheim jetzt wieder herrenlose Tiere. Das war auch dringend nötig – teils war zuletzt jeder Platz belegt. W&W erkundigte sich nach der Lage.

In der Martinsruh in Dornbirn herrscht gerade ein reges Kommen und Gehen. Aber nicht an Menschen, sondern an Hunden. Und das trotz Sommerpause im Tierheim. Denn so ruhig wie erhofft, ist es während der Auszeit im Vorarlberger Tierschutzheim nicht, erzählt Mitarbeiterin Marion Gögele im Gespräch mit WANN & WO: „Besonders die vergangene Woche war extrem – praktisch täglich kamen entlaufene, aufgefundene oder ausgesetzte Hunde zu uns.“
So änderte sich die Hunde-Belegung im Tierheim innerhalb nur eines Tages von „entspannt“ zu „bis auf den letzten Platz voll“. „Das war wirklich außergewöhnlich“, erinnert sich Marion. Warum so überdurchschnittlich viele Tiere abgegeben wurden? „Das wissen wir auch nicht“, sagt die Assistentin der Geschäftsleitung. Und fügt lachend hinzu: „Wir haben auch schon gescherzt, dass den Hunden wohl der Sommer nicht bekommt und sie deswegen davonlaufen.“

Chip allein reicht nicht

Im Normalfall sollte das eigentlich kein größeres Problem darstellen, da schließlich jeder Hund gechippt und registriert ist. Beziehungsweise sein sollte, sagt Marion: „Viele Halter denken, wenn ihr Hund beim Tierarzt gechippt wird, ist alles erledigt. Aber sie müssen ihn selbst noch online mit der Chipnummer registrieren. Auch die Anmeldung bei der Stadt reicht für uns nicht aus, um im Ernstfall den Halter zu ermitteln. Und man darf auch nicht vergessen, die Kontaktdaten regelmäßig zu aktualisieren.“

Weil das nicht alle Halter berücksichtigen, mussten zuletzt einige Vierbeiner länger als nötig im Tierheim verbringen. „Dafür sind wir ja da und die Hunde haben es hier bei uns auch gut“, sagt Marion. „Aber das eigene Zuhause ist natürlich immer am schönsten für die Tiere.“

Kein Platz bei Kleintieren

Doch längst nicht alle Hunde im Tierheim in Dornbirn sind „nur“ entlaufen. „Gerade im Sommer, wenn es in den Urlaub geht, werden immer wieder Hunde ausgesetzt“, schildert Marion. Das gleiche Schicksal ereilt oft Kleintiere wie Meerschweinchen, Kaninchen & Co. „Bei ihnen sind wir schon seit Langem komplett voll, bis auf den letzten Platz.“

Doch die MitarbeiterInnen haben berechtigte Hoffnung auf Besserung: „Seit Freitag sind wir aus der Sommerpause zurück und vermitteln wieder herrenlose Tiere“, freut sich Marion. „Auch wenn wir uns natürlich über eine Pause von der oft anstrengenden Arbeit gefreut haben – wir freuen uns noch mehr, den Tieren ein neues Zuhause vermitteln zu können.“

<p class="caption">Beim großen Unwetter am 19. August drohte auch das Tierheim unter Wasser gesetzt zu werden.</p>

Beim großen Unwetter am 19. August drohte auch das Tierheim unter Wasser gesetzt zu werden.

<p class="caption">Vorsichtshalber wurde bereits ...</p>

Vorsichtshalber wurde bereits ...

<p class="caption">... die Evakuierung einiger Tiere vorbereitet.</p>

... die Evakuierung einiger Tiere vorbereitet.

<p class="caption">Mittlerweile ist die Gefahr gebannt und die MitarbeiterInnen freuen sich darauf, ein neues Zuhause für die Tiere zu finden.</p>

Mittlerweile ist die Gefahr gebannt und die MitarbeiterInnen freuen sich darauf, ein neues Zuhause für die Tiere zu finden.

<p>Marion Gögele</p>

Marion Gögele

«Praktisch täglich haben wir neue Hunde aufgenommen. Das war wirklich außergewöhnlich.» Marion Gögele, Tierschutzheim

Nicht vergessen: Hunde registrieren!

Damit ein Hund (und auch eine Katze) im Ernstfall schnell wieder zu seinen Haltern finden kann, muss er (sie) nicht nur gechippt,
sondern auch registriert sein.
Das ist schnell etwa unter
www.animaldata.com erledigt. Achtung: Das Chippen und Registrieren von Hunden ist in Österreich Pflicht!