„Personalnot ist Teufelskreis“

Jakob Blank (Restaurant Firstblick)versucht alles, um helfende Hände zu finden.

Jakob Blank (Restaurant Firstblick)versucht alles, um helfende Hände zu finden.

Die Probleme der Gastronomie in Vorarlberg verschärfen sich zusehends. Ein Grund dafür: fehlendes Personal. W&W hat drei Wirte gefragt, wie sie mit der Lage umgehen und wie sie versuchen, das Problem zu lösen.

WANN & WO: Viele Branchen beklagen den Fachkräftemangel. Wie steht es dabei um die Gastro?

Jakob „Jack“ Blank (Restaurant Firstblick, Dornbirn): Ich mache schon jetzt die Arbeit für zwei. Ich stehe bis zu vierzehn Stunden am Tag in meinem Restaurant.

Andreas Weber (Gastwirtschaft Schattenburg, Feldkirch): Ich suche bereits seit zwei Monaten nach einem Koch. Mittlerweile reichen unsere Kapazitäten nicht mehr aus, um den Betrieb voll auszulasten. Das hat dazu geführt, dass es zu Reservierungsstopps kommt.

Philipp Rainer (Brauereigasthof Reiner, Lochau): Wir sind immer auf der Suche nach guten Mitarbeitern. Während Covid haben sich viele umorientiert. Dabei spielen die Arbeitszeiten oft gar keine so große Rolle, das wird nur oft als Vorwand gebracht.

WANN & WO: Wie wirkt sich die
Problematik wirtschaftlich aus?

Andreas Weber: Wir haben in der Schattenburg mehrere Gastro
bereiche. Wenn wir die nicht alle bedienen können, machen wir weniger Umsatz. Mir fehlt auch die Wertschätzung in der Gesellschaft für die erbrachte Dienstleistung.
Gastronomen, die besonders unter Druck stehen, können sich oft nicht an Abmachungen halten
und werden für Arbeitnehmer weniger attraktiv. Das ist ein Teufelskreis.

Philipp Rainer: Wenn Gasthäuser die Leute nicht bedienen können, verzichten viele darauf, zu uns zu kommen. Das schadet sicherlich auch dem Tourismus.

WANN & WO: Gibt es eine Lösung?

Jakob Blank: Ich versuche, durch Schichtbetrieb die Arbeitszeiten für meine Mitarbeiter attraktiv zu gestalten. Vor allem aber braucht es eine Erhöhung des Kollektiv-
vertrags. Der aktuelle KV ist komplett unbrauchbar, das beeinflusst natürlich auch die Berufswahl der jungen Generation.

Philipp Rainer: Mir ist am wichtigsten, dass die Menschen gerne bei mir arbeiten und Spaß an der Arbeit haben. Dafür braucht es auch nicht unbedingt eine Ausbildung. Außerdem muss die Stimmung im Team passen. Es geht ums Miteinander. Deshalb sage ich gerne: „Ich habe kein Personal, sondern Mitarbeiter.“

WANN & WO: Wo siehst du dich in einem Jahr?

Jakob Blank: Genau hier. Ich bin der Fels in der Brandung und bleibe dem treu, wenn nötig auch alleine.

<p>Philipp Rainer (Gasthaus Reiner) geht es ums Miteinander.</p>

Philipp Rainer (Gasthaus Reiner) geht es ums Miteinander.

<p>Andreas Weber (Schattenburg) in der Ritterstube. Fotos: W&W/Hummer</p>

Andreas Weber (Schattenburg) in der Ritterstube. Fotos: W&W/Hummer

Fachkräfte gesucht

Wer eine Stelle als Koch, Köchin oder Servicekraft bei einem der drei Wirte sucht, kann sich bei ihnen melden:

• gastwirtschaft@schattenburg.eu

• Firstblick: 0677 6205 7166

• Gasthaus Reiner: 05574 44 222