„Die Jagd ist ein Privileg“

Das Jagen ist bei vielen Menschen negativ behaftet. Um dieses weite Feld nahbarer zu machen, nimmt Dijana Kujic ihre Follower mit in die Wildnis. Die Ex-Veganerin findet auf der Fährte des Wilds zurück zum Ursprung.

Berufsbegleitend den Bachelor in Betriebswirtschaft gemacht, seit 14 Jahren im Marketing tätig – und noch dazu eine Frau. Vermutlich ist das nicht das Bild, das die meisten im Kopf haben, wenn sie den Begriff „Jäger“ hören. Mit genau diesem Klischee will Dijana Kujic aufräumen. Die 35-jährige Höchsterin ernährte sich lange Zeit vegetarisch, kurz sogar vegan. Nachdem sie gesundheitliche Probleme hatte, beschloss sie, Fleisch wieder auf ihren Speiseplan zu setzen. Da Wildfleisch aus ihrer Sicht die klimaneutralste und für sie die ethisch vertretbarste Variante des Fleischkonsums ist, machte sie den Jagdschein. Seitdem fühlt sich Dijana richtig in ihrem Element. „Das Wild in seinem Lebensraum zu beobachten und ein Teil davon zu sein, ist für mich das größte Glück und ein Privileg.“ Jagdtrophäen sammelt die Höchsterin auch, aber nicht etwa wegen ihres materiellen Werts, sondern „um mich voller Demut an die Erlebnisse und Gefühle dieses Tages zurückzuerinnern.“ Von den erlegten Tieren verarbeitet Dijana so viel wie möglich zu Lebensmitteln „from nose to tail“.

Ihr Jagdgebiet ist vielfältig. Zurzeit geht sie im Ländle auf die Pirsch, davor war sie schon im deutschen Franken. Ihr Traum ist es, in Serbien Rotwild zu jagen und in Kanada Wapitis. „Das alleine schon wegen der imposanten Landschaft“, wie sie sagt.

Die Jagd aus dem Keller holen

Seitdem Dijana auf Instagram als „@meatdijana“ aktiv ist, versucht sie, althergebrachte Vorurteile zu beseitigen. „Die Jagd geht alle etwas an. Es ist Zeit, sie in ihrer ehrlichen, respektvollen Form zu zeigen.“ Um diesen Respekt zu wahren, ist auch auf keinem ihrer Fotos erlegtes Wild zu sehen. Vielmehr will die 35-jährige dem Thema Jagd auch mit Humor begegnen und mit Vorurteilen spielen.

Mit ihrem Instagram-Account sieht sich Dijana als Sprachrohr der Jägerschaft. „Die Jagd soll nicht hinter verschlossenen Türen stattfinden. Sie hat ein Recht auf Öffentlichkeit und Aufklärung.“ Deswegen ist die Höchsterin auch besonders darauf bedacht, sensibel zu sein in der Wortwahl und in dem, was sie zeigt.

<p class="caption">Dijana mit einer ihrer Jagdtrophäen.Fotos: Privat, Christopher Trepesch</p>

Dijana mit einer ihrer Jagdtrophäen.Fotos: Privat, Christopher Trepesch

«Die Jagd geht alle etwas an. Es ist Zeit, sie in ihrer ehrlichen, respektvollen Form zu zeigen.» Dijana (35), Jägerin

Zur Person

Dijana Kujic
35 Jahre alt, Höchst,
Seit 14 Jahren im Marketing, Bachelor in Betriebswirtschaft, Jägerin

Instagram: @meatdijana, 4,1K Follower

Vorteile des „Instagram-Lebens“

Ich komme mit Menschen in Kontakt, die dieselbe Passion teilen. Zudem
erreiche ich auch solche, die sonst keinen Zugang zur Jagd haben.

Nachteile des „Instagram-Lebens“

Um keinen Shitstorm zu riskieren, überlege ich mir gut, was ich poste. Das kann sehr anstrengend sein.