Die Absperrungen in der Straße Wulumuqi Lu in Schanghai. Foto: APA

Die Absperrungen in der Straße Wulumuqi Lu in Schanghai. Foto: APA

W&W erklärt …

… die Proteste in China

In den vergangenen Tagen gab es in mehreren chinesischen Städten Proteste, die sich gegen die politische Führung richten. Menschen gehen auf die Straßen und rufen Parolen wie „Nieder mit Xi Jinping“ oder „Nieder mit der KP“. Auch halten sie weiße Blätter Papier in die Höhe, um darauf aufmerksam zu machen, dass sie mundtot gemacht werden. Das so etwas in China passiert, galt eigentlich als undenkbar. Etwas Vergleichbares passierte zum letzten Mal im Jahr 1989, als hunderttausende StudentInnen friedlich auf dem Platz des Himmlischen Friedens protestierten. Diese Proteste wurden auf Befehl der Regierung mit Panzern niedergeschlagen. Bis heute sind die Worte „4. Juni“ und „Tian’anmen-Massaker“ im chinesischen Internet zensiert, weshalb viele junge ChinesInnen gar nichts von diesen Ereignissen wissen.

Die unmittelbare Reaktion der Regierung auf die aktuellen Proteste: Wegsperren, Absperren und Zensieren. Die Straße, in der am Wochenende in Schanghai die Proteste starteten, wurde mit sichthohen, blauen Wänden abgesperrt. Personen, die am Monatg mit weißen Blättern oder Blumen auf die Straße gingen, wurden festgenommen, auch Journalisten wurden verhaftet. Außerdem forderte die Polizei die Menschen auf, alle Fotos und Videos von den Protesten zu löschen, im chinesischen Internet ist nichts darüber zu lesen geschweige denn zu sehen.