Demna Gvasalia, Kreativdirektor von Balenciaga. Foto: AFP

Demna Gvasalia, Kreativdirektor von Balenciaga. Foto: AFP

W&W erklärt …

… den Balenciaga-Skandal

Das Luxuslabel Balenciaga wird wegen einer aktuellen Kampagne scharf kritisiert. Diese zeigt nämlich Kinder im Vorschulalter, die Teddybären halten, welche BDSM-Utensilien tragen. Nun steht der Vorwurf im Raum, dass Balenciaga mit diesen Werbe-fotos die Sexualisierung von
Kindern fördere.

In der Frühjahrskampagne 2023 befindet sich ein weiteres Motiv, über das gerade heftig diskutiert wird, nämlich eine Fotokopie eines Auszuges aus einem Gerichturteil über Kinderpornografie aus dem Jahre 2008. Darauf abgebildet ist die Entscheidung des Obersten Gerichthofs der USA über ein bundesweites Verbot von Werbung, Präsentation, sowie Verbreitung von pornografischen Darstellungen Minderjähriger.

In den sozialen Medien hagelt es nun heftige Kritik. Balenciaga zog darauf beide Kampagnen zurück und entschuldigte sich. „Wir verurteilen Kindesmissbrauch. Es war nie unsere Absicht, es in unser Narrativ einzubinden“, hieß es in einem, von Kreativdirektor Gvasalia veröffentlichten Schreiben. Balenciaga trage die Verantwortung dafür. Was die Fotokopie des Gerichturteils betrifft, hieß es von dem Unternehmen, dass Dienstleister, anders als ausgemacht, nicht nachgeahmte Bürounterlagen, sondern echte Gerichts-dokumente als Requisiten zu Verfügung gestellt hatten, es sei also das Resultat von Fahrlässigkeit. Balenciaga habe daraufhin Klage eingereicht.