„Kanye ist gefährlich“

Aufgrund von antisemi­tischen Äußerungen: Twitter-Eigentümer Elon Musk sperrt Kanye West auf Twitter.

„Ich liebe die Nazis“, „ich mag Hitler“. Diese Aussagen traf der US-Rapper Kanye West in einem Interview mit dem ultrarechten Verschwörungs­theorethiker Alex Jones. Er sehe auch gute Dinge bei Hitler, so der 45-Jährige. In einem weiteren Interview, das mit Gavin McInnes, dem Gründer der rechtsextremen Widerstandsgruppe „Proud Boys“, sowie dem bekannten Antisemiten und Holocaustleugner Nick Fuentes stattfand, forderte Kanye West, der sich mittlerweile „Ye“ nennt, jüdische Menschen auf, Hitler zu vergeben: „Jüdische Leute können mir nicht sagen, wen ich lieben kann und wen nicht. Ihr könnt euren Schmerz nicht allen anderen aufzwingen. Jüdische Menschen: Vergebt Hitler heute. Lasst los. Gute Nacht.“

Leider sind das nicht die einzigen antisemitischen und rechten Äußerungen, die West in den letzten Wochen von sich gab, weshalb Twitter-Eigentümer Elon Musk Anfang Dezember verkündete, dass der Rapper auf Twitter gesperrt werde.

WANN & WO hat sich bei jungen VorarlbergerInnen umgehört, wie sie über die ­Situation denken.

Fotos: AP,privat

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              „Zweifel an Zurechnungs-fähigkeit“
            </p><p>„Der erste Gedanke ist da, an seiner Zurechnungsfähigkeit zu zweifeln und da West auch an einer bipolaren Störung leidet, liegt diese Erklärung nicht zu weit weg. Obwohl sein psychischer Zustand vielleicht eine Erklärung ist, ist er sicherlich keine Entschuldigung für solche Behauptungen und vor allem nicht von einer so bekannten Person wie Kanye West. Dass sogar jemand wie Elon Musk, der sonst extremer Verfechter der Redefreiheit ist, Kanyes antisemitische Nachricht löschen lies, sagt viel darüber aus.“Mathias Birnbaumer, 18, Hard</p>

„Zweifel an Zurechnungs-fähigkeit“

„Der erste Gedanke ist da, an seiner Zurechnungsfähigkeit zu zweifeln und da West auch an einer bipolaren Störung leidet, liegt diese Erklärung nicht zu weit weg. Obwohl sein psychischer Zustand vielleicht eine Erklärung ist, ist er sicherlich keine Entschuldigung für solche Behauptungen und vor allem nicht von einer so bekannten Person wie Kanye West. Dass sogar jemand wie Elon Musk, der sonst extremer Verfechter der Redefreiheit ist, Kanyes antisemitische Nachricht löschen lies, sagt viel darüber aus.“
Mathias Birnbaumer, 18, Hard

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              „Gefährlich“
            </p><p>„Kanye West ist eine Person der Öffentlichkeit, was bedeutet, dass er Vorbild für viele, insbesondere junge, Menschen ist. Ob er will oder nicht. Ob der Rapper diese Aufgabe als Vorbildfunktion erfüllt? Sicher nicht! Seine antisemitischen Aussagen und das Sympathisieren mit Hitler machen ihn zu einer Person, die sich mit einem Wort beschreiben lässt: gefährlich. Es kann nicht sein, dass eine Person mit solchen Meinungen in der Öffentlichkeit stehen und diese uneingeschränkt äußern darf.“Mieke Horn, 16, Feldkirch</p>

„Gefährlich“

„Kanye West ist eine Person der Öffentlichkeit, was bedeutet, dass er Vorbild für viele, insbesondere junge, Menschen ist. Ob er will oder nicht. Ob der Rapper diese Aufgabe als Vorbildfunktion erfüllt? Sicher nicht! Seine antisemitischen Aussagen und das Sympathisieren mit Hitler machen ihn zu einer Person, die sich mit einem Wort beschreiben lässt: gefährlich. Es kann nicht sein, dass eine Person mit solchen Meinungen in der Öffentlichkeit stehen und diese uneingeschränkt äußern darf.“
Mieke Horn, 16, Feldkirch

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              „Kein Zufall“
            </p><p>„Erfolgreiche Karriere, große Errungenschaften: Doch nun kommt der Moment, in dem man vermuten könnte, dass Kanye dem Wahnsinn verfällt. Mit einem Verschwörungsideologen darüber zu philosophieren, dass Hitler doch nicht so schlimm gewesen sei, passt eigentlich nicht ins Bild, das wir von einem schwarzen Rapper haben. Diese Entwicklung ist aber kein Zufall, die politische Rechte buhlt schon länger um die Unterstützung von Personen, die von Rassismus betroffen sind, um so ihre radikalen Standpunkte zu legitimieren und zu verharmlosen.“ Mehmet Biket, 19, Bludenz</p>

„Kein Zufall“

„Erfolgreiche Karriere, große Errungenschaften: Doch nun kommt der Moment, in dem man vermuten könnte, dass Kanye dem Wahnsinn verfällt. Mit einem Verschwörungsideologen darüber zu philosophieren, dass Hitler doch nicht so schlimm gewesen sei, passt eigentlich nicht ins Bild, das wir von einem schwarzen Rapper haben. Diese Entwicklung ist aber kein Zufall, die politische Rechte buhlt schon länger um die Unterstützung von Personen, die von Rassismus betroffen sind, um so ihre radikalen Standpunkte zu legitimieren und zu verharmlosen.“
Mehmet Biket, 19, Bludenz