Bei den Demonstrationen gegen die Pensionsreform kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Foto: AP/Lewis Joly

Bei den Demonstrationen gegen die Pensionsreform kam es zu
Auseinandersetzungen mit der Polizei. Foto: AP/Lewis Joly

W&W erklärt …

… Frankreichs
Pensionsreform

Der französische Präsident Emmanuel Macron gab diese Woche bekannt, dass er das Pensionsalter von 62 auf 64 Jahre heben will. Ursprünglich waren sogar 65 Jahre geplant. Damit will die Regierung die langfristige Finanzierung des Pensionssystems sicherstellen. Aktuell befindet sich die Kasse zwar im Plus, doch es wird bis 2030 mit einem Defizit von rund 14 Milliarden Euro gerechnet. Laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) macht Frankreichs
Pensionssystem 14 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung aus. Für diejenigen, die entweder sehr früh angefangen haben zu arbeiten oder in anstrengenden Berufen tätig sind, gelten fortlaufend Sonderregelungen. Zudem soll die Mindestpension auf 1200 Euro gehoben werden.

Bürger und Bürgerinnen Frankreichs wollen sich diese Reform nicht gefallen lassen. Am Donnerstag gingen mehr als eine Millionen Menschen auf die Straße, um zu demonstrieren. Durch die Streiks wurden Teile des öffentlichen Lebens komplett lahmgelegt. Schulen, Züge, Nahverkehr und der öffentliche Dienst waren ganz besonders betroffen. „Wir wollen leben, nicht überleben.“, lauteten die Rufe der wütenden Demonstrant
Innen. Die Forscherin und Gewerkschafterin Lou Chenier fordert: „Die Rente sollte ein Moment der Ruhe und Pause sei und nicht ein Sterbe
heim.“ Macron verteidigt die Reform: „Wir müssen das durchziehen.“