Leistbares Wohnen – wir alle sind gefragt!

Über den Zeitraum von zehn Wochen haben das Team um Pascal Kohlhaupt mit der Wohnrebellion leistbares Wohnen in den Fokus der Diskussion gerrückt. Fotos: handout/RIVA, istock

Über den Zeitraum von zehn Wochen haben das Team um Pascal Kohlhaupt mit der Wohnrebellion leistbares Wohnen in den Fokus der Diskussion gerrückt. Fotos: handout/RIVA, istock

Pascal Kohlhaupt (RIVA home) im Interview über die Motivation und die Ergebnisse zur Wohnrebellion.

WANN & WO: Wieso haben Sie die Wohnrebellion gestartet?

Pascal Kohlhaupt: Weil die aktuelle Wohnsituation zwar in aller Munde ist, jedoch niemand wirklich bereit zu sein scheint, auch aktiv etwas dagegen zu tun. Schlimmer noch, viele machen es sich leicht, in dem sie nur auf die anderen zeigen. Dies war der Anlass gemeinsam mit dem Wann & Wo die vielen – oft auch kleinen – Kostentreiber publik zu machen. Wenn jeder der Kostentreiber Aktivitäten setzt, die eine Ersparnis in seinem Bereich von 2-3% bringen würden, so gelingt am Ende eine Gesamtersparnis von 20-30%. Politiker, Bürgermeister, Grundstücksbesitzer, Bauträger, Makler und Handwerker – alle sind gefordert, sich am Prozess zu beteiligen und ihren Beitrag zu leisten.

WANN & WO: Wie war die Resonanz auf die jeweiligen Artikel in der WANN & WO?

Pascal Kohlhaupt: Natürlich haben wir mit unseren Aussagen teilweise auch provoziert. Auf der anderen Seite haben wir auch sehr viel Zuspruch erhalten. Ich freue mich, dass sich zwei sogenannte „Großgrundbesitzer“ gemeldet haben, die jeweils einer ihrer Liegenschaften RIVA für leistbaren Wohnbau zu attraktiven Konditionen zur Verfügung stellen wollen. Darüber hinaus sind auch zwei Stiftungen an uns herangetreten, die ihr Kapital für leistbares Wohnen bei RIVA investieren.

WANN & WO: Der Stil von RIVA ist außergewöhnlich. Sie werben mit smart, stylisch und leistbar. Was kann man sich darunter vorstellen?

Pascal Kohlhaupt: Ganz einfach, wir haben einen Prototyp entwickelt und unsere junge Zielgruppe zwischen 20 bis 35 Jahren befragt, wie sie wohnen möchten. Das Ergebnis der Befragungen wird mehrheitlich und konsequent umgesetzt. Durch immer neue Befragungen treffen wir den Mainstream daher sehr genau. Diese Art der Kundenintegration ist ein wesentliches Kernelement der RIVA-Philosophie.

WANN & WO: Sie stellen nicht nur einen 20 Prozent günstigeren Kaufpreis, sondern auch extrem niedrige Betriebskosten in Aussicht.

Pascal Kohlhaupt: Das ist richtig, die Betriebskosten liegen bei 1,60 Euro pro m2 und somit bei der Hälfte des normal üblichen Wertes. Bei einer 3-Zimmer-Wohnung bedeutet dies eine Ersparnis von rund 1000 Euro im Jahr. Möglich wird dies durch die Kombination aus eigens entwickelter App und der Eigeninitiative der RIVA-Bewohnern.

WANN & WO: Am vergangenen Samstag war Open House beim RIVA-Projekt in Altach. Wie war das Interesse?

Pascal Kohlhaupt: Ein riesiger Andrang. 922 Personen haben uns zwischen 10 und 14 Uhr besucht, 208 Bewerbungsbogen wurden allein für die 19 Wohnungen in Altach ausgefüllt. Ungefähr nochmal so viel haben sich für weitere Projekte vormerken lassen.

WANN & WO: Wohnen auch Sie in einer RIVA-Wohnung?

Pascal Kohlhaupt: Ich selber beziehe mit meiner Familie im Dezember ein Townhouse in Hard. Auch acht weitere Kollegen und Mitarbeiter bei RIVA sind von der Wohnqualität und dem idealen Preis/Leistungsverhältnis so überzeugt, dass sie sich gleich ein RIVA-Zuhause gesichert haben. Ganz besonders freut uns, dass sich viele bei uns melden, die gleich die Chance nützen wollen, nicht nur bei RIVA zu wohnen sondern auch arbeiten zu wollen.

WANN & WO: Wie wird sich RIVA künftig entwickeln?

Pascal Kohlhaupt: Unsere Vision ist, dass wir künftig RIVA Wohnungen jungen Vorarlbergern nahezu kostenlos zur Verfügung stellen können. Das klingt aus heutiger Sicht verrückt, aber wir haben ein Modell entwickelt und sind auf dem richtigen Weg. Warten Sie noch ab, Sie werden viel von uns hören.

WANN & WO: Wie reagieren Ihre Marktbegleiter, Handwerker oder die öffentliche Hand auf Ihre Ideen?

Pascal Kohlhaupt: Wir stellen fest, dass jeder das Problem erkannt hat, dass Wohnen zu teuer ist. Alle am Gesamtprozess Beteiligten, sehen jedoch nicht sich selbst, sondern jeweils den anderen in der Verantwortung, leistbarer zu werden. Wir von RIVA sind die einzigen, die sich dem Problem der Leistbarkeit aus Sicht des Kunden angenommen haben: zu hoher Kaufpreis, die Finanzierungshürden sowie die langfristige Betrachtung der Betriebs- und Instandhaltungskosten. Zu Beginn wurden wir von manchen belächelt, inzwischen konnten wir uns Respekt verschaffen und wollen jetzt auch andere motivieren aktiv zu werden.

WANN & WO: Wieviel Projekte haben sie in der Pipeline?

Pascal Kohlhaupt: Alleine in
Vorarlberg haben wir derzeit 23 Projekte mit 355 Einheiten in Planung. Zusätzlich noch 58 Einheiten im Allgäu und 110 Einheiten im Tiroler Unterland. Erfreulicherweise ist die Resonanz überall gleich groß wie in Altach.

WANN & WO: Wenn sie fünf Wünsche frei hätten. Was würden Sie sich wüschen?

Pascal Kohlhaupt: Zusätzliche qualifizierte und begeisterte Mitarbeiter, die an der RIVA-Idee mitarbeiten, Grundstückbesitzer die ihre Grundstücke für leistbaren Wohnraum zur Verfügung stellen. Investoren, die für eine soziale Rendite in unsere gesellschaftliche Mitte investieren. Bürgermeister, die uns nicht nur auf die Schultern klopfen, sondern Grundstücke zur Verfügung stellen und leistbaren Wohnraum gemeinsam mit uns entwickeln. Handwerker, die für uns mit der sprichwörtlichen Handschlag-Qualität zusammenarbeiten.

„Die Wohnrebellion war bzw. ist für uns ein Instrument, um ein Umdenken anzustoßen.“

Pascal Kohlhaupt, RIVA home

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