Die neue Rücklage

Rücklagen müssen auf dem Konto der Eigentümergemeinschaft oder auf einem Sparkonto bzw. Sparbuch angelegt werden. Foto: shutterstock

Rücklagen müssen auf dem Konto der Eigentümergemeinschaft oder auf einem Sparkonto bzw. Sparbuch angelegt werden. Foto: shutterstock

Die Neuregelungen im Zuge der Wohnungseigentumsgesetznovelle ab dem 1. Juli betreffen unter anderem die Instandhaltungsrücklage.

Im Zuge der WEG-Novelle werden bestimmte Rechte und Pflichten im österreichischen Wohnungseigentumsgesetz neu geregelt. Das Wohnungs-eigentumsgesetz (kurz: „WEG“) regelt in Österreich das Zusammenleben der Parteien in Mehrfamilienhäusern. Darin sind die wichtigsten Bestimmungen für die Eigentümergemeinschaft der Wohnanlage definiert. Diese enthalten neben der gesetzlichen Begründung des Wohneigentums und den Rechten und Pflichten der Eigentümer auch die Liegenschaftsverwaltung und alle notwendigen Rahmenbedingungen einer Eigentümerversammlung. Die Bildung einer Rücklage ist in diesem Gesetz zwingend angeordnet, damit ausreichend Mittel vorhanden sind, wenn größere Ausgaben oder Sanierungen anstehen. In der jährlich vorzulegenden Vorausschau sollten die in näherer Zukunft zu erwartenden Aufwände und größeren Ausgaben festgehalten werden.

„Angemessener“ Mindestbetrag

Ab Juli 2022 gilt eine Mindestdotierung der Rücklage von mindestens 90 Cent je Quadratmeter des Wohnungseigentumsobjektes. Der gesetzliche Mindestbetrag soll eine dauerhafte Unterdeckung vermeiden. Bisher war die Instandhaltungsrücklage so geregelt, dass diese „angemessen“ und „zur Vorsorge für künftige Aufwendungen“ errechnet werden muss. Dabei wurde gemeinsam ein Betrag in Bezug auf voraussichtliche Instandhaltungsmaßnahmen festgesetzt. Die Rücklage ist entweder auf einem Eigenkonto der Eigentümergemeinschaft oder auf einem Anderkonto „fruchtbringend“ anzulegen – also einem Sparkonto oder einem Sparbuch. Das bringt in der aktuellen Zinssituation zwar kaum Zinsen, doch entspricht die jederzeitige Kündbarkeit den gesetzlichen Anforderungen. Eine spekulative Anlage von Eigenmitteln würde gegebenenfalls zur Schadenersatzpflicht der Verwaltung führen. Weitere Informationen finden Sie auch auf www.vev.or.at